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14.03.2019 Nikolas Kessler

Wirecard: Jetzt auch noch Indien?!

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Wirecard kommt nicht aus der Schusslinie. Während die Anleger gespannt auf den Abschlussbericht der Compliance-Untersuchung bei der Tochter in Singapur warten, nehmen die dortigen Behörden nun offenbar das Indien-Geschäft des deutschen Zahlungsabwicklers ins Visier. Konkret geht es um eine Übernahme aus dem Jahr 2015.

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Gerichtsdokumente berichtet, werde von den Behörden in Singapur gegen Wirecard-Mitarbeiter und mehrere Gesellschaften des Konzerns wegen möglicher strafbarer Handlungen ermittelt, darunter Geldwäsche und Dokumentenfälschung. Neben Gesellschaften in Hongkong, Malaysia, Indonesien und auf den Philippinen werde auch das indische Unternehmen Hermes I Tickets explizit genannt. Die Gesellschaft bildete den Hauptteil der 2015 von Wirecard gekauften Firmengruppe Great Indian (GI) Retail Group.

Bewahrheitet sich der SIRF-Report?

Es ist nicht das erste Mal, dass die Übernahme auf dem Subkontinent für Schlagzeilen sorgt. Bereits kurz nach Bekanntgaben des Deals wurde Kritik an der Höhe des Kaufpreises laut – rund 230 Millionen Euro plus bis zu 110 Millionen Euro bei Erreichen bestimmter Zielvorgaben ließ sich Wirecard den Zukauf kosten. Damit war es die bislang größte Übernahme des Zahlungsabwicklers.

Im Januar 2018 hatte der Finanz-Journalist Roddy Boyd mit der von ihm gegründeten Southern Investigative Reporting Foundation (SIRF) Ungereimtheiten bei der Übernahme in Indien thematisiert. So sei das Unternehmen bei einem gescheiterten Übernahmeversuch im Jahr zuvor lediglich mit 46 Millionen Euro bewertet worden. Zudem äußerte er den Verdacht, dass ein Großteil des Kaufpreises im Zuge der Transaktion bei einem Mittelsmann – einem Fonds mit Sitz auf Mauritius – versickert sein könnte. Seinerzeit war der SIRF-Report als weitere Short-Attacke gegen das Unternehmen verbucht worden.

Wirecard dementiert

Die Inhalte bezüglich der indischen Transaktion „sind nicht neu und wurden bereits mehrfach auch durch externe Prüfungen widerlegt“, kommentierte Wirecard den Artikel gegenüber der Nachrichtenagentur dpa-AFX. „Auch soweit die jetzige Untersuchung in Singapur Transaktionen in Indien betrifft, können wir noch einmal bestätigen, dass die interne Untersuchung alle Vorwürfe entkräftet hat.“

Aktie nachbörslich unter Druck

Dennoch hat die Wirecard-Aktie ihren Tagesverlust im nachbörslichen Handel ausgeweitet. Nachdem die Aktie rund drei Prozent schwächer aus dem Xetra-Handel gegangen war, steht bei Tradegate am Abend ein Minus von neun Prozent zu Buche – schlechte Vorzeichen für den morgigen Handelsstart. Investierte Trader, die auf eine Erholung der Aktie spekulieren, sollten daher den Stoppkurs der Comeback-Wette bei 99 Euro im Auge behalten.

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