Walmart hat soeben frische Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Auf den ersten Blick übertreffen die Resultate die Markterwartungen. Dennoch strafen Anleger die Aktie ab. Der Grund: Im wichtigen US-Geschäft fällt das Wachstum der vergleichbaren Umsätze schwächer aus als von Analysten erwartet.
- Walmart erzielte einen Umsatz von rund 188 Milliarden Dollar, während Analysten nur 187 Milliarden Dollar erwartet hatten.
- Der Gewinn je Aktie lag bei 0,81 Dollar, Analysten hatten mit 0,74 Dollar gerechnet.
- Die Aktie verliert vorbörslich rund fünf Prozent.
Der weltgrößte Einzelhändler profitiert weiter von seinem boomenden Onlinegeschäft, einem kräftigen Wachstum bei den Mitgliedschaften und milliardenschweren Zollrückerstattungen.
Im zweiten Quartal steigerte Walmart den Umsatz um sechs Prozent auf rund 188 Milliarden Dollar. Analysten hatten lediglich mit 187 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie überzeugte der Konzern: Mit 0,81 Dollar wurde die Konsensschätzung von 0,74 Dollar klar übertroffen. Unter dem Strich verdiente Walmart 6,37 Milliarden Dollar nach 7,03 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.
E-Commerce-Boom hält an
Besonders dynamisch entwickelte sich erneut das E-Commerce-Geschäft. Die weltweiten Online-Umsätze kletterten um 23 Prozent. Zudem legten die Werbeerlöse um 38 Prozent zu, während die Einnahmen aus Mitgliedschaften um 17 Prozent stiegen. Walmart+ verzeichnete den stärksten Mitgliederzuwachs für ein zweites Quartal der Unternehmensgeschichte.
US-Geschäft enttäuscht
Für einen Wermutstropfen sorgte allerdings das US-Geschäft. Die vergleichbaren Umsätze stiegen dort lediglich um 2,6 Prozent und blieben damit hinter den Analystenerwartungen von 3,5 Prozent zurück. Belastet wurde das Geschäft unter anderem durch staatlich regulierte Preisobergrenzen für bestimmte Medikamente, die das Gesundheitssegment unter Druck setzten.
Prognose angehoben
Trotzdem blickt das Management optimistischer nach vorne. Für das laufende dritte Quartal rechnet Walmart mit einem Umsatzplus von 3,00 bis 3,75 Prozent sowie einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 0,62 und 0,64 Dollar. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun ein Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent. Zuvor hatte Walmart lediglich drei bis viereinhalb Prozent in Aussicht gestellt. Auch die Prognose für den bereinigten Jahresgewinn wurde auf 2,80 bis 2,87 Dollar je Aktie angehoben, nachdem bislang 2,75 bis 2,85 Dollar erwartet worden waren.
Zollrückerstattungen treffen auf hohen Treibstoffkosten
Ein wichtiger Rückenwind kommt von den US-Zöllen. Finanzchef John David Rainey erklärte, Walmart habe Anspruch auf Rückerstattungen von rund 2,9 Milliarden Dollar. Weniger als 100 Millionen Dollar davon stünden noch aus. Das Unternehmen will das Geld nutzen, um die Preise für Verbraucher weiter zu senken. Gleichzeitig rechnet Walmart jedoch mit zusätzlichen Belastungen von gut zwei Milliarden Dollar durch gestiegene Treibstoffkosten.
An der Börse sorgt die Enttäuschung bei den vergleichbaren US-Umsätzen für lange Gesichter. Vorbörslich verliert die Aktie rund fünf Prozent. Der Rücksetzer scheint jedoch überzogen. DER AKTIONÄR bestätigt daher seine Kaufempfehlung und sieht langfristig deutlich höhere Kurse bei Walmart.
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