Nach der kurzen Erholungsbewegung der vergangenen beiden Handelstage hat sich an der Wall Street zum Wochenausklang kein klares Bild ergeben. Während klassische Standardwerte unter Druck gerieten, präsentierte sich der Technologiesektor erneut als Stabilitätsanker.
Der Dow Jones musste Federn lassen und gab im späten Handel deutlich nach. Anleger trennten sich vor allem von konjunktursensiblen Titeln. Letztlich verzeichnete der US-Leitindex ein Minus von 0,6 Prozent auf 49.098 Zähler. Der marktbreite S&P 500 pendelte lange um den Schlusskurs des Vortags, fand aber keine nachhaltige Richtung. Ganz anders entwickelte sich der Nasdaq 100: Der Tech-Index drehte dank starker Schwergewichte leicht ins Plus und bestätigte damit seine relative Stärke.
Im Fokus standen einmal mehr die Magnificent Seven. Allen voran Microsoft, Meta, Amazon und Nvidia sorgten mit deutlichen Kursgewinnen für positive Impulse. Die Tech-Giganten profitieren weiterhin von robusten Wachstumsperspektiven im KI- und Cloud-Segment – Themen, die an der Börse derzeit klar den Ton angeben. Davon profitierte auch der Magnificent 7 Index des AKTIONÄR, der sich in großen Schritten der 200-Punkte-Marke nährt.
Gesucht waren zudem erneut Edelmetalle. Silber markierte erstmals den Sprung über die Marke von 100 Dollar, während Gold weiter Kurs auf die psychologisch wichtige 5.000-Dollar-Marke nahm. Entsprechend zogen auch die Aktien der Silberproduzenten an. Titel wie Pan American Silver, First Majestic, Wheaton und Hecla Mining verzeichneten teils kräftige Gewinne.
Für einen echten Dämpfer sorgte hingegen Intel. Der angeschlagene Chipkonzern wurde auf seinem Sanierungspfad von Lieferengpässen ausgebremst und enttäuschte mit dem Umsatzausblick für das laufende Quartal. Die Aktie brach zweistellig ein – auch wenn der Kurs zuvor seit Jahresbeginn bereits stark zugelegt hatte. Analysten lobten zwar die besser als erwarteten Quartalszahlen, mahnten aber zur Vorsicht beim Ausblick.
Besser lief es für Nvidia: Die Aktie legte weiter zu, nachdem bekannt wurde, dass chinesische Behörden großen heimischen Technologiekonzernen den Kauf der leistungsstarken H200-KI-Chips erlaubt haben. Ein wichtiges Signal für das internationale Geschäft des Branchenprimus.
Am Rohstoffmarkt zogen außerdem die Ölpreise deutlich an. Brent und WTI verbuchten kräftige Tagesgewinne. Marktbeobachter verwiesen auf geopolitische Risiken im Nahen Osten sowie Berichte über mögliche Einschränkungen irakischer Ölexporte. Zusätzlich wirkte der schwächere US-Dollar preisstützend, da Öl in Dollar gehandelt wird und damit für Käufer außerhalb der USA günstiger wird.
Unter dem Strich bleibt festzuhalten: Die Wall Street geht mit gemischten Vorzeichen ins Wochenende. Die Gemengelage aus Politik, Konjunktur und Notenbankerwartungen dürfte die Märkte auch in der kommenden Woche fest im Griff behalten.
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