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Stellantis: VW‑Rivale kündigt nächsten Kahlschlag an

Stellantis: VW‑Rivale kündigt nächsten Kahlschlag an
Foto: pa/ ChromeOrange/ Elke Münzel
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Jan-Paul Fóri Heute, 14:15 Jan-Paul Fóri

Die Nachrichtenlage in der europäischen Automobilindustrie bleibt düster. Während Branchenprimus Volkswagen über Werksschließungen und den Bruch von Beschäftigungsgarantien debattiert, sorgt nun Rivale Stellantis für das nächste Beben. Am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim droht der nächste Kahlschlag. Für die Aktie geht es derweil bergauf.

Es sind Zahlen, die den dramatischen Abstieg der deutschen Automobilindustrie verdeutlichen: Der Autokonzern Stellantis will das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim erneut drastisch verkleinern. Von den derzeit noch verbliebenen 1.650 Ingenieuren sollen künftig nur noch 1.000 übrig bleiben. Zur Erinnerung: Als die damalige Peugeot-Mutter PSA den Autobauer im Jahr 2017 übernahm, arbeiteten dort noch rund 7.000 Entwickler.

Offiziell heißt es aus der Konzernzentrale, das „Tech Center“ bleibe fest im globalen Netzwerk verankert und sei ein „strategisches Bekenntnis“ zum Standort. Doch die Realität sieht für viele Beobachter anders aus: Rüsselsheim verliert zunehmend an Relevanz im globalen Gefüge der 14 Stellantis-Marken. Konkret gehören neben Opel auch Abarth, Alfa Romeo, Chrysler, Citroën, Dodge, DS Automobiles, Fiat, Jeep, Lancia, Maserati, Peugeot, Ram und Vauxhall zum Stellantis-Konzern.

Stellantis (WKN: A2QL01)

Die China-Gefahr im Nacken

Während in Deutschland Stellen gestrichen werden, wirft die Kooperation mit dem chinesischen Partner Leapmotor ihre Schatten voraus. Marktberichten zufolge könnten künftige Elektro-SUVs von Opel zu großen Teilen in China entwickelt werden. Stellantis-Personalchef Ralph Wangemann verweist zwar auf Investitionen in den neuen „Green Campus“ in Rüsselsheim, doch die Skepsis bleibt.

Die Strategie scheint klar: Hochwertige Entwicklung wird dorthin verlagert, wo sie kostengünstiger ist. Für den Standort Deutschland ist das ein weiteres alarmierendes Signal. Wenn selbst die Kernkompetenz – die Fahrzeugentwicklung – abwandert, stellt sich die Frage nach der langfristigen Zukunft der hiesigen Werke.

Auch wenn die Börse die Sparmaßnahmen am Freitag mit einem leichten Kursgewinn von rund zwei Prozent honoriert, könnte Stellantis dieser Zug langfristig teuer zu stehen kommen. Geht Know-how erst einmal verloren, lässt es sich nur schwer zurückholen. Auch beim Image drohen nachhaltige Schäden, die sich gerade in einem hart umkämpften Marktumfeld schnell in schwächeren Absatzzahlen niederschlagen können. Die Aktie ist aktuell keine laufende Empfehlung. 

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Stellantis, Volkswagen Vz..

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