31.10.2019 Michael Schröder

Volkswagen-Insider sicher: „Das Cashflow-Monster ist zurück“

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Volkswagen Vz.
Trendthema

Die Latte bei Volkswagen lag bereits sehr hoch. Doch die Vorsicht des weltgrößten Autobauers bei seinen Finanzzielen hat den Aktien nach der Vorlage der Zahlen gestern am Ende etwas ausgebremst. Dennoch steht für die Papiere seit ihrem Zwischentief vor rund vier Wochen ein Plus von rund 20 Prozent zu Buche. Wie geht es weiter?

Einige Anleger hatten im Vorfeld gehofft, dass der VW-Vorstand den Ausblick auf das Gesamtjahr anheben würde. Laut VW-Finanzchef Frank Witter gibt es mit Blick auf den Monat Oktober aber keinen Grund, an der Prognose für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zu schrauben.

Der Quartalsbericht selbst kam bei den Analysten dagegen gut an. Angesichts der vielen schwachen Nachrichten aus der Branche in jüngster Zeit strotze VW vor Stärke, urteilte etwa NordLB-Analyst Frank Schwope. Analyst Jose Asumendi von JPMorgan bescheinigte dem VW-Konzern in einer ersten Reaktion sehr starke Ergebnisse. Auch die Kassenlage habe sich gut entwickelt. VW profitiere von den jüngsten Markteinführungen seiner Stadtgeländewagen (SUV), so der Experte.

„Die starken Mittelzuflüsse lassen vermuten, dass die Jahresziele konservativ sind", kommentierte Analyst George Galliers von Goldman Sachs. Er sei nach den vorgelegten Zahlen aber nun umso zuversichtlicher hinsichtlich seiner erst kürzlich gestarteten Bewertung der Papiere mit "Buy" und einem Kursziel von 193 Euro.

Auch UBS-Analyst Patrick Hummel fokussierte sich auf die Kassenlage des Autobauers und titelte: "Das Cashflow-Monster ist zurück". Der überraschend stark ausgefallene Barmittelzufluss ist seines Erachtens auch der wesentliche Grund für die Kursgewinne.

Die VW-Aktie glänzte in den letzten Tagen mit Relativer Stärke. Wird die Hürde bei 179 Euro genommen, lautet das nächste Ziel 191,78 Euro. Hier liegt der nächste starke horizontale Widerstand aus dem Jahr 2018. Alles in allem wird eine Konsolidierung aber immer wahrscheinlicher. Erste (Teil-)Gewinne können daher durchaus eingestrichen werden.

Zudem schwebt weiter ein Damoklesschwert über der gesamten Autobranche: Die Gefahr, dass US-Importe von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen aus der EU mit Zöllen belegt werden, rückte in den letzten Wochen zwar in den Hintergrund. Am 13. November läuft jedoch eine Frist ab, bis zu der US-Präsident Donald Trump seine Entscheidung über Zölle gegen die europäische Autoindustrie bekannt geben will. Werden die Schutzzölle um ein Viertel erhöht, dürfte auch die jüngste Aufwärtsbewegung bei VW ein jähes Ende finden.

Volkswagen St. (WKN: 766400)

Mit Material von dpa-AFX