Volkswagen bringt eines seiner meistverkauften Modelle als Elektroauto. Der ID. Tiguan soll Anfang 2027 ID.4 und ID.5 ablösen und die Marke im wichtigen SUV-Segment stärken. Der Vorverkauf startet zum Pariser Autosalon. VW-Markenchef Thomas Schäfer zufolge ist der Tiguan das weltweit meistverkaufte Modell der Marke.
Seit 2007 wurden davon über 8,3 Millionen Fahrzeuge verkauft. ID.4 und ID.5 kommen zusammen auf mehr als 950.000 Fahrzeuge. Mit dem neuen SUV wolle Volkswagen beide Erfolge vereinen. Die Nummern in den E-Modellnamen sollen verschwinden; auf den ID. Polo folgt der ID. Tiguan.
Branchenexperte Stefan Bratzel sieht das Modell als wichtigen Teil der VW-Strategie. E-Autos entwickelten sich zum Massenmarkt, deshalb müsse der Marktführer auch in großen Segmenten überzeugende Angebote machen. Der Tiguan könne helfen, im Wettbewerb aufzuholen.
Während die Konzernverkäufe sinken, steigt Europas Nachfrage nach Stromern: Von Januar bis September war jedes fünfte ausgelieferte Auto vollelektrisch, rund 40 Prozent des Auftragsbestands entfielen auf E-Modelle. Für ID. Polo, ID. Cross, Skoda Epiq und Cupra Raval gab es zuletzt fast 150.000 Bestellungen. Das sorgt für lange Wartezeiten. Hohe Kraftstoffpreise infolge des Iran-Kriegs treiben den Wandel zusätzlich.
Der Boom belastet den Gewinn, denn VW verdient mit E-Autos bislang weniger als mit Verbrennern. Zusammen mit einer milliardenschweren Porsche-Abschreibung und Umbaukosten trug dies zur jüngsten Gewinnwarnung bei. Volkswagen müsse neue Stromer einführen und zugleich Kosten senken, sagte Bratzel: "Man muss diese Gleichzeitigkeit hinkriegen." Der ID. Tiguan wird in Emden gebaut. Geplant sind drei Antriebe und bis zu 600 Kilometer Reichweite. Das Cockpit bekommt optional ein Beifahrerdisplay; Klimatasten und Bügelgriffe kehren zurück. Ein Retro-Modus gestaltet die Anzeigen im Stil von Golf IV oder Käfer. Der Preis beginnt bei 42.695 Euro. Verbrenner und Hybride bleiben im Angebot.
Es bleibt angesichts der vielen Baustellen im Konzern dabei: Anleger machen vorerst weiterhin einen Bogen um die Aktie von Volkswagen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
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