Die US-Aktienmärkte haben am Mittwoch einen Teil ihrer jüngsten Verluste wettgemacht. Rückenwind kam von den wieder etwas gesunkenen Ölpreisen. Wenige Stunden vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank sorgte dies für eine leichte Beruhigung an den Börsen. Der Nasdaq 100 legte zuletzt 0,77 Prozent auf 29.161 Punkte zu.
Der S&P 500 gewann 0,24 Prozent und erreichte 7.604 Zähler. Der Dow Jones Industrial entwickelte sich dagegen schwächer und gab 0,34 Prozent auf 51.915 Punkte nach.
Bei der dritten Sitzung der Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh wird allgemein mit der ersten Zinserhöhung gerechnet. Angesichts der weiterhin hohen Inflation erwarten die Finanzmärkte überwiegend einen Schritt um 0,25 Prozentpunkte. Die Leitzinsspanne würde damit auf 3,75 bis 4,00 Prozent steigen.
"Die Fed hat kaum eine andere Wahl, als die Zinsen anzuheben, zumal der Anleihemarkt seit Wochen signalisiert, dass höhere Zinsen gerechtfertigt sind", sagte Carol Schleif, leitende Marktstrategin beim Vermögensverwalter BMO Wealth Management. Eine unveränderte Geldpolitik dürfte ihrer Einschätzung zufolge bei den Anlegern für Enttäuschung sorgen.
Die unerwartet kräftige Erholung der US-Einzelhandelsumsätze im August deutet laut Bradley Saunders von Capital Economics darauf hin, dass die Wirtschaft auch höhere Finanzierungskosten verkraften kann. Daraus ergebe sich für die Fed ausreichend Spielraum, um mit einer strafferen Geldpolitik gegen die Inflation vorzugehen.
Auch die Debatte über künstliche Intelligenz blieb für die Wall Street relevant. Nachdem Warnungen aus der Branche zu Wochenbeginn noch Sorgen über das hohe Entwicklungstempo und mögliche Sicherheitsrisiken ausgelöst hatten, entspannte sich die Stimmung nun wieder.
Analysten der Citigroup erklärten, KI-Unternehmen würden Sicherheit und Ausrichtung ihrer Systeme als besonders rechenintensive Aufgaben behandeln. Steigende Sicherheitsanforderungen könnten daher sogar zusätzlichen Bedarf an Rechenleistung erzeugen, statt die Nachfrage zu schwächen.
Davon profitierten weiterhin zahlreiche Halbleiterwerte. Intel verteuerte sich um 4,8 Prozent. Zusätzlich beflügelten Berichte über eine mögliche Kooperation von SK Hynix und Intel beim Chipbau in den USA die Aktie. Der südkoreanische Konzern erklärte dazu, derzeit verschiedene Möglichkeiten zur Stärkung seiner internationalen Wettbewerbsposition zu prüfen. Auch Marvell Technology, AMD und Arm Holdings legten deutlich zu.
Deutlich nach unten ging es hingegen für JB Hunt. Die Aktie des Transport- und Logistikunternehmens verlor fast 13 Prozent. Auf einer Veranstaltung von Morgan Stanley hatte das Management vor höheren Kosten gewarnt und damit eine für den Konzern ungewöhnliche Gewinnwarnung abgegeben.
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