So investieren Sie wie Peter Lynch
19.03.2019 Florian Söllner

„Unfassbar“: Kein einziger Tweet von Elon Musk – das SEC wird zur Bedrohung für Tesla

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Tesla

Der Streit zwischen Elon Musk und der Aufsichtsbehörde SEC schaukelt sich weiter hoch. Das SEC schrieb jetzt, es sei „unfassbar“ (stunning), dass Elon Musk trotz der zuvor verordneten Auflagen keinen einzigen Tweet vorab prüfen hat lassen.  Aufgrund des irreführenden „funding secured“ Tweets musste Tesla ab Dezember Musk einen Anwalt zur Seite stellen. Doch dieser hatte offenbar wenig bis keine Macht: Er hat die Tweets  zwar in Realtime überwacht (wie es jedem Twitter-User möglich ist) aber er hat laut SEC eben keine einzige Nachricht von Musk tatsächlich gecheckt und freigegeben. Das sei „nicht zu aktzeptieren“ und eine Missachtung des Gerichts, so das SEC. Nun haben erneut die Anwälte von Musk bis 22. März Zeit, sich zu rechtfertigen. Folgend eine Auflistung des SEC von den Tweets, die nicht freigegeben wurden sowie das Fazit, das dazu aufruft, dagegen vorzugehen, da die vorgelegten Fakten eindeutig seien.

Tesla: Nicht relevant

Zuletzt hatten sich die Anwälte von Musk am 12. März gemeldet: Die Börsenaufsicht gehe zu weit mit ihren Forderungen nach vorheriger Prüfung und Freigabe seiner Statements. Er sei davon ausgegangen, dass die umstrittene Twitter-Nachricht nicht relevant für den Börsenkurs sei. Die Behörde habe das Gegenteil nicht bewiesen. Die Anwälte von Musk weisen zudem darauf hin, dass der CEO bereits "dramatisch seine Tweets bezüglich Tesla reduziert habe."

Das Risiko einer kompletten Ablösung von Elon Musk als Tesla-Chef ist nicht zu vernachlässigen. Zwar zeigen sich die Märkte noch relativ relaxt. Doch JPMorgan wies gestern darauf hin, dass ein solches Event zu großer Kursvolatität führen würde. Die Analysten sagen zwar es ist „schwierig das Resultat der rechtlichen Situation einzuschätzen“, doch (nur) ein weiterer „Klaps auf die Finger“ sei unwahrscheinlich aufgrund der anhaltenden „Kriegslust“ (belligerence) Musk dem SEC gegenüber.

Es ist weiterhin ratsam, erst wieder als Trader in die Aktie zu springen, sobald – vielleicht aufgrund starker Model-Y-Order-Zahlen – das Papier Stärke aufbaut und über die 330-Dollar-Zone springt.

Folgend noch einmal zur Erinnerung die umstrittenen Tweets von Elon Musk:

Tesla made 0 cars in 2011, but will make around 500k in 2019

Am considering taking Tesla private at $420. Funding secured.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Tesla.

Buchtipp: Die Tesla-Methode

Jeweils für einige Jahrzehnte waren Autobauer wie Ford oder Toyota das Maß aller Dinge – dann kam Tesla und übernahm mit seinen zukunftsweisenden Methoden das Ruder. Teslas Marketing-, Produktions-, Vertriebs- und Technologiestrategien verändern eine ganze Branche. Sie sind völlig anders – und extrem erfolgreich. Michaël Valentin hat sowohl diesen durch neue Technologien hervorgerufenen Wandel wie auch Tesla selbst genauer unter die Lupe genommen. Dabei hat er sieben Prinzipien entdeckt, die er als entscheidend für Teslas Erfolg identifiziert. Und er erklärt, wie andere Firmenlenker – nicht nur aus der Automobilbranche – die Tesla-Methode erfolgreich in ihrem Unternehmen implementieren können. Ein Buch nicht nur für Tesla-Fans, sondern für alle, die ihr Unternehmen fit für die Zukunft machen wollen!

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ISBN: 978-3-86470-714-8