Der Kreml hat im Krieg gegen die Ukraine eine mögliche Teilwaffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen in Aussicht gestellt – unter bestimmten Bedingungen. Nachdem die Friedensverhandlungen zuletzt ins Stocken geraten sind, könnte ein wichtiges Treffen am morgigen Samstag die Gespräche wieder ins Rollen bringen. DER AKTIONÄR beleuchtet, welche Forderungen Moskau jetzt stellt.
Damit Russland die ukrainischen Energieanlagen nicht mehr beschießt, müsse Kiew im Gegenzug die Attacken gegen die russische Öl- und Gasinfrastruktur einstellen. Zudem forderte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge, dass die Ukraine die „Erpressung anderer Länder, darunter auch Mitgliedstaaten der EU“, im Energiesektor einstelle.
Zuletzt hatte Russland ukrainische Drohnenattacken auf Kompressorstationen für eine Gaspipeline in die Türkei beklagt. Nach Darstellung Moskaus führen solche Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur zu weiteren Steigerungen beim Öl- und Gaspreis.
Mit dem Stichwort Erpressung nahm Peskow Stellung zum Streit zwischen Kiew und Budapest um die Pipeline "Druschba", über die Ungarn Öl aus Russland erhält. Ein Abschnitt der Leitung in der Westukraine war nach Angaben aus Kiew durch russische Angriffe beschädigt worden. Budapest wirft Kiew vor, die Durchleitung von Öl zu verhindern. Ungarn hat in dem Zusammenhang die Auszahlung von Milliardenkrediten der EU an die Ukraine blockiert.
Friedensverhandlungen stocken
Unterdessen könnten die stockenden Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine Beendigung des seit mehr als vier Jahren laufenden russischen Angriffskriegs bald wieder aufgenommen werden. An diesem Samstag sind Gespräche zur Ukraine geplant. Es handle sich um Verhandlungen der Ukrainer mit den – in dem Konflikt als Vermittler agierenden – USA, sagte Peskow. Russland ist nach seinen Angaben bei dem Treffen nicht dabei, wartet aber auf einen Termin zu trilateralen Gesprächen.
Sollte sich die Lage im Ukraine-Krieg tatsächlich entspannen und die USA sowie die EU die Sanktionen gegen Russland in der Folge lockern, könnte dies den Ölpreis unter Druck setzen. Russischen Berichten zufolge prüfen die USA bereits eine Lockerung der Sanktionen gegen Kali aus Belarus – weitere Schritte in Richtung Normalisierung erscheinen daher durchaus möglich. Bis solche Maßnahmen jedoch wirksam werden, dürfte noch einige Zeit vergehen, sodass die Ölpreise vorerst wohl hoch bleiben. Welche Öl-Aktien jetzt aussichtsreich sind, erfahren Sie im Aktien-Report „3 Öl-Dividendenknaller“. Diesen finden Sie hier.
Heute, 14:38