26.03.2019 Marion Schlegel

Übernahmealarm: Seltene-Erden-Liebling Lynas im Visier – Aktie gewinnt 35 Prozent

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Lynas
Trendthema

Mit einem Plus von mehr als 35 Prozent auf 2,10 Australische Dollar ist die Aktie von Lynas am Montagmorgen aus dem Handel an der Heimatbörse in Sydney gegangen. Grund ist ein Übernahmeangebot von Wesfarmers in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar oder 2,25 Dollar je Lynas-Aktie in bar. Das Management von Lynas rät in einer ersten Stellungnahme, vorerst nichts zu unternehmen. Man prüfe das Angebot und werde dann umgehend eine Empfehlung abgeben. Das Übernahmeangebot von Wesfarmers sei laut dem Management von Lynas an eine ganze Reihe von Bedingungen geknüpft. Lynas ist der größte Seltene-Erden-Produzent außerhalb Chinas. Für Wesfarmers wäre es die erste Akquisition, seit man den Einzelhändler Coles Ende vergangenen Jahres ausgegliedert hat und aus dem Kohlegeschäft ausgestiegen ist.

Wie geht es nun weiter? Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Lynas kann nach Gesprächen mit Westfarmers zu dem Entschluss kommen, dass das Angebot fair ist und angenommen werden sollte, oder eben nicht. Möglicherweise tritt auch ein weiterer Bieter auf den Plan. Eher unwahrscheinlich, aber auch möglich: Wesfarmers zieht sein Angebot zurück.

DER AKTIONÄR meint, dass das Angebot von Wesfarmers durchaus in Ordnung geht. Zumal Lynas zuletzt doch mit einigen Problemen insbesondere in Malaysia zu kämpfen hatte. Zwar hat Lynas alle Auflagen für seine dortige Anlage eingehalten. Doch immer wieder gab es Gegenwind für das Projekt, teils von politischer Seite, teils von Einheimischen. Für den letzten Kurseinbruch im vergangenen Jahr zeichnete die Forderung des Regierungschefs von Malaysia verantwortlich, dass Lynas die Abfallprodukte bis September dieses Jahres außer Landes schaffen soll. Prekär dabei: Die Abfallprodukte beim Abbau von Seltenen Erden sind meist schwach radioaktiv.

Nur äußerst risikobereite Anleger spekulieren auf einen höheren Übernahmepreis. In den vergangenen Monaten tendierte die Aktie von Lynas auf niedrigem Niveau seitwärts. Zuvor war der Wert unter die 200-Tage-Linie gerutscht und drohte zuletzt auch unter die Unterstützung bei 1,50 Australische Dollar zu fallen.