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26.08.2021 Carsten Kaletta

TUI-Konkurrent: "Vier bis fünf schwierige Jahre stehen dem Tourismus bevor"

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TUI

Für TUI ist die übergeordnete Lage schwierig. Dazu kommen aktuell noch weiter anziehende Corona-Zahlen. So ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland erneut gestiegen – zugleich sind die Zahlen der Neu-Infektionen erstmal seit Mitte Mai wieder fünfstellig. Und auch eine aktuelle Aussage von Ryanair-Boss Michael O'Leary dürfte Kopfzerbrechen bereiten.

"Der Tourismus steht vor schwierigen vier bis fünf Jahren“, so der CEO des irischen Billigfliegers. Aus seiner Sicht habe die Pandemie den Tourismus und die Luftfahrt verwüstet, nicht die Regierung – und revidierte damit eine zuvor getroffene Kritik am Regierungshandeln. Dennoch forderte er die Politik indirekt auf, mehr für die gebeutelte Branche zu tun.

Ganz im Sinne von „was tun“ führen die für TUI als Destination sehr wichtigen Balearen eine Corona-Versicherung für Urlauber ein, wie die Mallorca Zeitung berichtet. Konkret stellt die dortige Regionalregierung Urlaubern bis zum Jahresende über die Agentur für Tourismusstrategie eine kostenlose Reisekrankenversicherung zur Verfügung. Der Covid-19-Versicherungsschutz umfasst nach Regierungsangaben einen Dolmetscher-Übersetzungsdienst, Kosten für den Transport zum Wohnsitz der Versicherten, Kosten, die sich aus der Verlängerung des Aufenthaltes des Versicherten und seiner Begleitperson ergeben und Kosten für die Überführung in das Heimatland im Todesfall.

Die TUI-Aktie verliert am Donnerstag aufgrund der eingetrübten Gemengelage mehr als zwei Prozent und notiert bei 3,74 Euro.

TUI (WKN: TUAG00)

Klar, einerseits lassen die Aussagen von Ryanair-Kapitän Michael O'Leary aufhorchen und schüren die Zweifel an einem mittelfristigen Branchen-Comeback. Andererseits gibt es immer wieder Stimmen aus der Wissenschaft, die eine Normalisierung des öffentlichen Lebens (und damit auch des Tourismus) für Mitte 2022 prognostizieren. TUI ist allerdings nicht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR, da derzeit sowohl konkrete charttechnische als auch fundamentale Kaufgründe fehlen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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