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20.07.2021 Carsten Kaletta

TUI: Sommer-Erwartungen geplatzt

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TUI

Der scheidende TUI-Deutschlandchef Marek Andryszak hatte jüngst vollmundig eine „Aufholjagd“ aufgerufen und dabei stark steigende Buchungszahlen kommuniziert. Auch bei der deutschen Nummer 2, DER Touristik, sprach man von einer „Nachfrage deutlich über den Erwartungen“. Doch die Realität sieht anders aus und dürfte der TUI-Aktie weiter Probleme bereiten.

So konnten bislang erst 18 Prozent aller Deutschen ihren Sommerurlaub problemlos buchen, wie eine aktuelle Studie des Online-Reisevermittlers Trivago aufzeigt. „Kumuliert betrachtet liegt der gesamte fakturierte Reisebüroumsatz in den Monaten von Januar bis Juni bei minus 57 Prozent“, berichtet überdies der Touristikdienstleister Travel Agency Technology & Services über den Vergleich mit dem (Corona-)Vorjahr. Die Hoffnungen auf ein starkes Sommer-Geschäft scheinen sich gerade zu verflüchtigen

Neue Corona-Sorgen

Vor allem die steigenden Inzidenzzahlen in der für TUI so wichtigen Destination Spanien verunsichern die Urlaubssuchenden und dämpfen die Buchungslaune, wie jüngst selbst DER Touristik einräumte. Portugal nahmen viele Veranstalter sogar wieder ganz aus dem Programm.

Deal abgeschlossen

Immerhin gibt es eine Finanzspritze für den Reiseveranstalter aus Hannover: Die mallorquinische Hotelkette Riu hat den im Mai angekündigten Kauf von Anteilen an 19 Tui-Hotels vollzogen, wie die Mallorca Zeitung berichtet. In einer der größten Transaktionen der vergangenen Jahre in der Tourismus-Branche ist Riu nun 100-prozentiger Anteilseigner der Hotels. Zuvor hatte TUI jeweils 49 Prozent der Anteile gehört. Dem Touristik-Konzern fließen damit 670 Millionen Euro zu.


Die TUI-Aktie gewinnt am Dienstag rund zwei Prozent und notiert bei 3,67 Euro.

TUI (WKN: TUAG00)

Die aktuelle Entwicklung dürfte den Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Der jüngste Kursrutsch hat die Aktie zudem am Montag unter die Exit-Marke des AKTIONÄR (3,60 Euro) rutschen lassen  – das Papier wurde damit ausgestoppt. Ein Neueinstieg drängt sich vorerst nicht auf, da neben den aufflammenden Corona-Sorgen auch das charttechnische Bild alles andere als überzeugend aussieht.

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