Es geht schon wieder los: Donald Trump bekommt zunächst seinen Willen nicht und verhängt wieder einmal wahllos Zölle. Es geht natürlich um Grönland. So sollen nun praktisch alle europäischen Staaten, die sich klar gegen eine Annexion der USA ausgesprochen haben, mit Strafzöllen belegt werden, die bereits Anfang Februar gelten sollen und ab Juni erhöht werden könnten.
Demnach soll der zusätzliche Aufschlag vom 1. Februar 2026 an zehn Prozent betragen. Ab Juni sollen die Extra-Zölle nach Willen von Trump auf 25 Prozent steigen, falls Dänemark einem Verkauf der arktischen Insel an die USA nicht zustimmt. Trump begründet seine umstrittene Maßnahme mit der nationalen Sicherheit der USA: „Wir haben Dänemark sowie alle Länder der Europäischen Union und andere seit vielen Jahren subventioniert, indem wir ihnen keine Zölle oder andere Formen der Vergütung in Rechnung gestellt haben. Jetzt, nach Jahrhunderten, ist es an der Zeit, dass Dänemark etwas zurückgibt — der Weltfrieden steht auf dem Spiel! China und Russland wollen Grönland, und Dänemark kann dagegen rein gar nichts tun.“
Die EU will nun kontern. So wird in dieser Woche ein Sondertreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs stattfinden, bei dem es auch um konkrete wirtschaftliche Gegenmaßnahmen gehen wird, die ein Volumen von mehreren Milliarden Euro erreichen könnten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen machte am Sonntagabend auf X deutlich, dass Brüssel entschlossen sei zu handeln: „Wir werden stets unsere strategischen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen schützen“. Zuvor hatte EU-Ratspräsident António Costa die Einberufung des Sondergipfels bekannt gegeben. Nach Angaben aus EU-Kreisen gilt der Donnerstag als wahrscheinlicher Termin.
Costa erklärte, die EU-Mitgliedstaaten seien sich einig, dass neue Zölle die transatlantischen Beziehungen belasten und nicht mit bestehenden Handelsvereinbarungen zwischen der EU und den USA vereinbar seien. Zugleich betonte er die Bereitschaft Europas, sich gegen jede Form von wirtschaftlichem oder politischem Druck zur Wehr zu setzen. Von der Leyen unterstrich darüber hinaus die Solidarität der Europäischen Union mit Grönland und Dänemark und bekräftigte, man stehe „fest zu unserem Engagement, die Souveränität Grönlands und des Königreichs Dänemark zu wahren“.
Im vergangenen April sorgten Trumps Zoll-Ankündigungen für heftige Kursrückschläge, die auch jetzt noch deutlich erkennbar in den Chartbildern sämtlicher Aktien sind. Gut möglich, dass sich dies wiederholt. Wobei es auch nicht ausgeschlossen ist, dass eine komplette Eskalation zwischen den USA und Europa doch noch verhindert werden kann. Es stehen jedenfalls einige sehr nervöse Handelstage bevor. Dazu kommt, dass die US-Börsen heute wegen des Martin Luther King Days geschlossen sind. Anleger sollten zunächst Ruhe bewahren, die gesetzten Stoppkurse im Auge behalten und nicht überstürzt handeln.
Heute, 07:04