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Trump erwartet "schnelles Kriegsende" – Ölpreise fallen wieder

Trump erwartet
Foto: Chip Somodevilla/Shutterstock
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Thorsten Küfner Heute, 20:58 Thorsten Küfner

Die Ölpreise haben wieder deutlich nachgegeben. Auslöser waren Aussagen von US-Präsident Donald Trump, die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konflikts mit dem Iran weckten. Eine Reporterin von CBS News berichtete nach einem Interview mit dem Präsidenten, dass Trump ein rasches Ende der militärischen Auseinandersetzung für möglich hält.

In der Folge fiel der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl auf 90,60 Dollar und lag damit etwas unter dem Niveau vom Freitag. Zuvor hatten Sorgen über mögliche Lieferengpässe den Ölpreis kräftig nach oben getrieben. In der Nacht auf Montag war Brent zeitweise auf mehr als 120 Dollar je Barrel gestiegen. Trump äußerte sich laut der CBS-Reporterin sehr zuversichtlich über den Verlauf des Konflikts. Seiner Einschätzung nach sei der Krieg „so gut wie beendet“. Der Iran verfüge weder über eine funktionierende Marine noch über ausreichende Kommunikationsmittel oder eine Luftwaffe. Zudem erklärte er, die USA lägen deutlich vor dem ursprünglich angenommenen Zeitplan von vier bis fünf Wochen für den Krieg.

Auch zur strategisch wichtigen Straße von Hormus äußerte sich der US-Präsident. Diese Meerenge, die derzeit durch den Iran weitgehend blockiert ist und eine zentrale Rolle im globalen Öl- und Gashandel spielt, könnte nach seinen Worten möglicherweise unter Kontrolle der USA gestellt werden.

Parallel dazu wurden politische Maßnahmen zur Stabilisierung der Energiemärkte diskutiert. Die Financial Times hatte zuvor berichtet, dass die Finanzminister der G7-Staaten über eine mögliche Freigabe strategischer Ölreserven nachdenken. Eine solche Maßnahme würde unter der Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) erfolgen. Laut Bericht haben bereits drei G7-Länder, darunter die USA, ihre Unterstützung für diesen Vorschlag signalisiert. Die Mitgliedsstaaten der IEA halten strategische Ölreserven vor, die im Falle schwerer Marktstörungen oder Preiskrisen eingesetzt werden können.

Eine endgültige Entscheidung darüber ist allerdings noch nicht gefallen. Frankreichs Finanzminister Roland Lescure erklärte nach einem Treffen der G7-Finanzminister in Brüssel, man sei noch nicht so weit. Man habe sich jedoch darauf verständigt, bei Bedarf alle verfügbaren Instrumente einzusetzen, um die Märkte zu stabilisieren. Dazu könne auch die Freigabe von Ölreserven gehören.

Bei dem Gespräch der G7-Gruppe führender westlicher Industriestaaten war auch der Chef der Internationalen Energieagentur IEA, Fatih Birol, anwesend. Die IEA teilte mit, sie habe über die sich verschlechternden Bedingungen auf den globalen Ölmärkten berichtet. Die 32 IEA-Mitgliedsländer verfügten über 1,2 Milliarden Barrel Notreserven Öl. Hinzu kämen 600 Millionen Barrel Industrievorräte.

Ihre strategischen Ölreserven geben Volkswirtschaften jeweils in Krisensituationen frei, um den Ölmarkt zu stabilisieren oder auf Versorgungsengpässe zu reagieren. Zu diesem Mittel wird selten gegriffen. In Deutschland wurden bisher viermal strategische Ölreserven freigegeben - jeweils auf Grundlage gemeinsamer Beschlüsse der IEA-Mitgliedsländer.

Öl-Notreserven im größeren Stil wurden zuletzt im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg im Jahr 2022 freigegeben. Die IEA-Mitglieder hatten zudem während des Golfkriegs 1990/91, nach dem Hurrikan Katrina 2005 und beim Ausfall libyscher Ölexporte 2011 koordiniert Reserven freigegeben.

Deutschland hält strategische Ölreserven für mindestens 90 Tage, um Versorgungsstörungen auszugleichen. Mit diesen sogenannten strategischen Ölvorräten könnte laut Bundeswirtschaftsministerium für drei Monate ein vollständiger Ausfall aller Importe ausgeglichen werden.

Die Europäische Kommission sieht die Versorgung mit Öl und Gas weiter nicht unmittelbar gefährdet. "Europa ist trotz seiner hohen Abhängigkeit von den globalen Märkten als Nettoimporteur von Energie gut vorbereitet", sagte eine Sprecherin der Behörde. Europa beziehe Gas und Öl von verschiedenen Anbietern. Die Öl-Notvorräte seien gefüllt, und auch die Gas-Vorräte seien hoch genug, um Europa bis zum Ende der Heizperiode zu versorgen.

Chevron Corporation (WKN: 852552)

Enthält Material von dpa-AFX

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