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Top‑Gewinner Infineon: Das steckt dahinter!

Top‑Gewinner Infineon: Das steckt dahinter!
Foto: ZUMAPRESS.com/Omar Marques/dpa/picture alliance
Infineon Technologies AG -%
Michael Schröder Heute, 10:10 Michael Schröder

Die Investoren haben bei Infineon in den ersten Wochen des Jahres einiges an Vorschusslorbeeren verteilt. Auslöser war die Fantasie rund um das boomende Geschäft mit KI-Chips für die Stromversorgung von Rechenzentren. Mit einem scharfen Rücksetzer wurde zuletzt etwas Druck vom Kessel genommen. Die gute Nachricht: Neue Wachstums- und potenzielle Kurstreiber sind in Sicht.

„Die sehr dynamische Nachfrage bei KI in einem ansonsten verhaltenen Marktumfeld gibt Infineon kräftigen Rückenwind“, so Infineon-Vorstand Jochen Hanebeck nach Vorlage der Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2025/26 Ende Februar. Derzeit steht vor allem die Stromversorgung in KI-Rechenzentren im Vordergrund. In Zusammenarbeit mit NVIDIA wird der heimische Chipriese die kommende Generation von Stromversorgungssystemen entwickeln.

Hintergrund: Die Stromversorgung in KI-Rechenzentren ist bislang dezentralisiert. Das bedeutet, dass die KI-Chips von einer großen Anzahl an Netzteilen mit Strom versorgt werden. Die zukünftige Systemarchitektur wird zentralisiert sein und den begrenzten Platz in einem Server-Rack bestmöglich nutzen. Dies wird die Bedeutung modernster Leistungshalbleiterlösungen erhöhen, die mit möglichst wenigen Leistungsumwandlungsstufen auskommen und Upgrades auf noch höhere Verteilungsspannungen ermöglichen.

Die neue Systemarchitektur mit zentraler Stromversorgung durch 800-Volt-Hochspannungsgleichstrom (HVDC) verbessert die energieeffiziente Stromverteilung im Rechenzentrum erheblich und ermöglicht eine Stromumwandlung direkt am KI-Chip (Graphics Processing Unit, GPU) innerhalb des Servers. Die Expertise von Infineon bei Stromwandlungslösungen vom Netz bis zum Prozessor („grid to core“), basierend auf allen relevanten Halbleitermaterialien wie Silizium (Si), Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN), beschleunigt die Entwicklungszyklen hin zu einer vollwertigen HVDC-Architektur.

Kurzum: Infineon sorgt mit speziellen Leistungshalbleitern und kompletten Stromversorgungskonzepten dafür, dass die enorme elektrische Leistung stabil und möglichst verlustarm vom Stromnetz bis zu den KI-Chips gelangt.

Passend dazu hat sich vor dem Wochenende die US-Bank JPMorgan zu Wort gemeldet und sich sehr optimistisch zur weiteren Kursentwicklung der Infineon-Aktie geäußert. Analyst Sandeep Deshpande hob das Kursziel von 40 auf 48 Euro an und stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Overweight“ hoch. Als wesentlichen Kurstreiber sieht JPMorgan den steigenden Energiebedarf durch den Einsatz von KI. Infineon zähle zu den größten Profiteuren dieses Trends, da der Konzern Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz in Rechenzentren anbietet. Mit neuen Systemarchitekturen dürfte die Bedeutung des Konzerns bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 weiter zunehmen. Darüber hinaus rechnet der Analyst damit, dass im wichtigen Automotive-Geschäft der Tiefpunkt erreicht ist und sich die Nachfrage nun stabilisieren dürfte.

Doch damit nicht genug: Konzernchef Jochen Hanebeck erwartet künftig einen kräftigen Umsatzzuwachs durch humanoide Roboter. Seine Prognose: „Das könnte ein Wachstumsfeld werden, wie es heute die Leistungshalbleiter für KI-Rechenzentren sind.“ Humanoide gehören laut Hanebeck zu den Systemen mit dem höchsten Halbleiterbedarf in der Technologiebranche.

Vorteil für Infineon: Viele der bereits vorhandenen Produkte wie Sensoren, Kommunikationschips oder Leistungshalbleiter für die Stromversorgung lassen sich dem Vernehmen nach ohne aufwendige Modifikationen in humanoiden Robotern einsetzen. Zudem dürfte in den übrigen Endmärkten von Infineon, etwa im Automotive-Bereich, in den kommenden Quartalen eine schrittweise Erholung einsetzen.

Infineon (WKN: 623100)

Das Fazit hat Bestand: Belebt sich das zyklische Automotive-Geschäft und kann Infineon die adressierten Wachstumsmärkte erfolgreich monetarisieren sowie die Margen nachhaltig steigern, dürfte die Aktie des heimischen Chipriesen mittelfristig weiter zulegen – und die Marke von 50 Euro ansteuern.

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