Infineon hat vor allem dank der boomenden Nachfrage nach Stromchips für KI-Rechenzentren im dritten Geschäftsquartal 2025/26, das Ende September abgeschlossen wurde, einen Rekordumsatz erzielt. Die etwas hinter den Erwartungen zurückgebliebene operative Marge kam bei den Investoren in einer ersten Reaktion jedoch nicht gut an. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet.
„Infineon hat das dritte Quartal mit einem Rekordumsatz abgeschlossen und setzt den Wachstumskurs konsequent fort“, sagte Konzernchef Jochen Hanebeck laut Mitteilung zu den Zahlen. „Der Aufschwung ist in vollem Gange“, legte der Vorstandsvorsitzende in der anschließenden Telefonkonferenz nach. Immer mehr Zielmärkte zeigten einen positiven Trend.
Mit Goldman Sachs gibt es noch einen namhaften Nachzügler: Alexander Duval hat das Kursziel von 88 auf 91 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Eine beschleunigte KI-Nachfrage und verbesserte Endmärkte sorgten auf breiter Basis für eine Erholung, so der Experte. Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten beträgt damit aktuell 87,30 Euro.
Fakt ist: Die Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren bleiben gefragt und sind weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber. Darüber hinaus sorgen weltweit steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur für Rückenwind. Auch im Automobilbereich ziehen die Aufträge spürbar an. Infineon ist in diesen strukturellen Wachstumsmärkten gut positioniert und will die sich bietenden Chancen in profitables Wachstum umwandeln.
Im laufenden Fiskaljahr erwartet Konzernchef Hanebeck einen Umsatzanstieg von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf etwa 16,3 Milliarden Euro. Bislang hatte Hanebeck lediglich einen deutlichen Anstieg in Aussicht gestellt. Die avisierte Segmentergebnismarge von rund 23 Prozent lag hingegen leicht unter dem Konsens. Die Margenprognose wird in Branchenkreisen als traditionell bewusst konservativ eingestuft.
Die fundamentalen Trends bei Infineon sind intakt. Die Aktie bleibt damit eine attraktive Möglichkeit, mittel- und langfristig von der Erholung des Halbleitermarkts und dem anhaltenden KI-Boom zu profitieren. Anleger mit Weitblick bleiben vorerst investiert. Mit dem Sprung über die 65-Euro-Marke könnte die Gegenbewegung nach dem jüngsten Rücksetzer wieder Fahrt aufnehmen. Das aktuelle Kursniveau kann daher weiterhin zum Auf- oder Ausbau einer Position genutzt werden.
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