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26.05.2020 Andreas Deutsch

Tinder-Mutter Match Group: Gefährliche Versuchung

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Match Group

Partygänger müssen vermutlich noch lange darauf warten, bis ihre Lieblingsdisco wieder öffnen darf. In Clubs, Bars und Discos finde das Coronavirus perfekte Bedingungen für eine schnelle Verbreitung, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Schlechte Nachrichten für Singles, gute Nachrichten für die Partnerbörse Match Group.

Laut Schmidt-Chanasit ist es in Clubs, Bars und Discos eng, man schwitzt, schreit einander mit geringem Abstand ins Ohr – „das ist genau dieses Szenario, bei denen es in anderen Ländern bereits zu massenhaften Ansteckungen gekommen ist. Das sind die Viren-Hotspots – gerade für das Coronavirus."

Auch Tanzen mit Mundschutz könne da keine Abhilfe schaffen, so der Experte. Das Sinnvollste wäre, in einen Club für sonst 100 Besucher nur fünf Gäste zu lassen. „Aber das will keiner und das macht auch keinen Sinn."

Damit bleiben die Zeiten für Singles hart, sind Bars oder Discos doch die Flirt-Orte schlechthin. Viele Alleinstehende dürften sich somit auf Partnerbörsen tummeln und die Geschäfte des AKTIONÄR-Tipps Match Group (Tinder) befeuern.

Im ersten Quartal verbuchte Match ein Plus beim Umsatz von 17 Prozent auf 545 Millionen Dollar. Das operative Ergebnis kletterte um 13 Prozent auf 135 Millionen Dollar. Die Zahl der Nutzer stieg um 15 Prozent auf 9,9 Millionen.

Seit dem Ausbruch der Pandemie seien die Kunden deutlich aktiver, so der Konzern. Im April lag die durchschnittliche Anzahl der täglichen Messages um 27 Prozent höher als in der letzten Februarwoche. Die Zahl der täglichen Swipes (das „Wegwischen“ eines Partnervorschlags auf dem Smartphone) hat laut Match Rekordwerte erreicht.

Match Group (WKN: A1424N)

Solange es keinen Impfstoff oder wenigstens ein Medikament gegen Corona gibt, werden sich die Flirts zum größten Teil digital abspielen. Das sorgt weiterhin für Kursfantasie bei Match Group, obwohl das 2021er-KGV mittlerweile bei 37 liegt. Die Aktie, die seit der AKTIONÄR-Empfehlung von Anfang April 32 Prozent vorne liegt, steht kurz vor dem Break auf ein neues Rekordhoch. Gewinne laufen lassen! 

(Mit Material von dpa-AFX)