29.04.2020 Fabian Strebin

DWS Group mit Q1-Zahlen: Her mit der Dividende!

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DWS Group

DER AKTIONÄR hatte die Aktie der DWS Group als Outperformer für 2020 empfohlen. Nach einer positiven Kursentwicklung in den ersten Wochen des neuen Jahres machte das Coronavirus alles zunichte. Nun hat die Fonds-Tochter der Deutschen Bank ihre Zahlen zum ersten Quartal veröffentlicht.

DWS-Kunden zogen wegen des Einbruchs an den Finanzmärkten im ersten Quartal Milliarden ab. Das verwaltete Vermögen ging daher von 767 Milliarden auf 700 Milliarden Euro zurück. Das war etwas mehr, als erwartet worden war. Jedoch sank das Nettomittelaufkommen nur um 2,5 Milliarden Euro, statt prognostizierter 6,4 Milliarden Euro.

Die Erträge fielen im Quartalsvergleich um 24 Prozent auf 524 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal betrug der Rückgang zwei Prozent. Der Vorsteuergewinn fiel auf 179 Millionen Euro - 33 Prozent weniger als im vierten Quartal, aber 17 Prozent mehr als im ersten Quartal 2019. Analysten hatten zudem nur mit 166 Millionen Euro gerechnet.

Unter der Annahme, dass sich die Märkte in der zweiten Jahreshälfte beruhigen, sieht sich die DWS auch bei den Kosten auf Kurs. Das Ziel einer Aufwands-Ertrags-Quote von unter 65 Prozent soll bis Ende 2021 erreicht werden. Von 61,3 Prozent ist die Quote auf 65,8 Prozent jetzt gestiegen.

Trotz der passablen Leistung erwartet der Vorstand wegen Corona für das Gesamtjahr 2020 niedrigere bereinigte Erträge. Das Ziel, bis 2021 Kosteneinsparungen von 150 Millionen Euro brutto zu erreichen, wurde bestätigt. Falls nötig, könnte auch mehr gespart werden.

DWS Group (WKN: DWS100)

Die DWS Group hat wie die meisten Firmen einen verhaltenen Ausblick gegeben. Doch die Märkte nehmen die Zukunft vorweg. Gehen die Lockerungen in den meisten Industrieländern weiter, könnten sich die Finanzmärkte in der zweiten Jahreshälfte normalisieren. Das wäre die Stunde der DWS. Das Management hat zudem bestätigt, dass man an der Dividende für 2019 festhalten will. Bei einer geplanten Ausschüttung von 1,67 Euro wären das bei aktuellen Kursen etwas mehr als sechs Prozent Rendite.