Take-Two kommt mit dem Zahlenwerk glimpflich davon. Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 lief operativ besser als erwartet. Nur beim Ausblick bleibt der US-Gaming-Konzern vorsichtig. Vorbörslich reagiert die Aktie mit einem kleinen Kursgewinnen. Seinen großen Joker "Grand Theft Auto VI" hat Take-Two ohnehin noch nicht ausgespielt.
Der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal um zwei Prozent auf 1,53 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von rund 1,49 Milliarden. Die für Spielepublisher zentrale Kennzahl der Net Bookings (Nettowert der in einem Zeitraum verkauften Produkte und Dienstleistungen) ging zwar um 2,6 Prozent auf 1,39 Milliarden Dollar zurück, lag damit aber ebenfalls über den prognostizierten 1,37 Milliarden Dollar. Verantwortlich waren vor allem eine besser als gedachte Entwicklung bei „NBA 2K“ und der „Grand Theft Auto“-Reihe.
Auch das wiederkehrende Geschäft hielt sich besser als erwartet. Die sogenannten Recurrent Consumer Spendings sanken gerade einmal um ein Prozent und machten weiterhin 84 Prozent der gesamten Net Bookings aus. Bei „NBA 2K“ legten sie sogar um sieben Prozent zu, bei „GTA“ um drei Prozent.
Schwachpunkt bleibt das Mobile-Geschäft. Die Erlöse auf Smartphones und Tablets sanken um fünf Prozent auf 762 Millionen Dollar und ihr Anteil am Konzernumsatz fiel von 53 auf 50 Prozent. Im Konsolen-Geschäft stieg der Umsatz hingegen von 551 auf 641 Millionen Dollar, der Anteil am Gesamtumsatz kletterte entsprechend von 37 auf 42 Prozent.
DER AKTIONÄR DAILY Newsletter
Bleiben Sie über die neuesten Entwicklungen bei spannenden Unternehmen und an der Börse auf dem Laufenden. Lesen Sie DER AKTIONÄR DAILY – den täglichen Newsletter von Deutschlands führendem Börsenmagazin. Kostenlos.
Beim Ergebnis gab es für Take-Two einen Dämpfer. Operativ stand ein Verlust von 35,5 Millionen Dollar zu Buche, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 21,6 Millionen Dollar erzielt worden war. Dabei lagen die laufenden Betriebskosten mit 918 Millionen Dollar sogar leicht unter dem Vorjahreswert. Ausschlaggebend war vor allem der höhere Umsatzkostenblock.
Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 34,1 Millionen Dollar beziehungsweise 0,18 Dollar je Aktie. Darin enthalten ist allerdings eine Abschreibung von 43,4 Millionen Dollar für ein bislang unangekündigtes Spiel eines externen Entwicklers, dessen Entwicklung eingestellt wurde.
Take-Two spielt auf Zeit: Schwacher Ausblick vor GTA VI
Der Blick nach vorn fällt allerdings weniger überzeugend aus: Für das laufende Quartal stellt Take-Two Net Bookings von 1,62 bis 1,67 Milliarden Dollar in Aussicht. Die Wall Street hatte mit rund 1,79 Milliarden gerechnet. Auch für das Gesamtjahr bleibt das Management bei 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar – deutlich unter dem Bloomberg-Konsens von 8,62 Milliarden. Immerhin würde der Gaming-Riese mit 8,1 Milliarden Dollar Net Bookings gegenüber dem Vorjahr um 20,5 Prozent wachsen.
Damit bleibt die Situation dieselbe wie schon vor den Zahlen: Das laufende Geschäft schlägt sich ordentlich, doch die eigentliche Wachstumsstufe steht erst bevor. Bei Take-Two dreht sich alles um den 19. November. An diesem Tag soll das heiß ersehnte Action-Adventure-Spiel "GTA VI" erscheinen. Das Unternehmen bestätigte den Veröffentlichungstermin erneut. CEO Strauss Zelnick verwies auf die enorme Vorfreude rund um den Launch und erwartet, dass der Konzern danach dauerhaft höhere Erträge und Cashflows erzielt. Bis dahin muss das bestehende Portfolio vor allem eines tun: durchhalten.
Bis "GTA VI" im November übernimmt, muss das bestehende Portfolio vor allem eines tun: durchhalten. Im abgelaufenen Quartal ist das besser gelungen als befürchtet. Anleger honorieren das vorbörslich mit einem Plus von rund einem Prozent, womit der Kurs heute die 50-Tage-Linie zurückerobern dürfte. Seit der Empfehlung im Mai liegt die Take-Two-Aktie knapp acht Prozent vorne. Anleger lassen die Gewinne laufen.
Heute, 15:00
Bei Google bevorzugen