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26.10.2012 Alfred Maydorn

TagLikeMe: Letzte Chance?

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TagLikeMe

100 Prozent sind nicht genug: Die Aktie von TagLikeMe setzt ihren Höheflug fort und notiert in Deutschland bei mittlerweile 0,26 Euro. Teuer ist das nicht, glaubt man einem Börsendienst aus Panama, der weiter steigende Kurse voraussagt und von einer „letzten Kaufchance“ spricht. Anleger sollten aber auf der Hut sein.

Bereits gestern hatte DER AKTIONÄR auf den wundersamen Höhenflug der Aktie TagLikeMe hingewiesen, die von einem Hoch zum nächsten eilt und eine außerordentliche Beliebtheit unter deutschen Anlegern erlangt hat. Auslöser des Anstieges ist indes weniger die Qualität des Unternehmen, sondern vielmehr eine massive E-Mail-Kampagne verschiedener Börsendienste.

Gleich mehrere auf Pennystocks spezialisierte Börsendienste aus Panama und Costa Rica empfehlen sowohl in Deutschland als auch in den USA seit rund zwei Wochen vor allem eine Aktie: TagLikeMe. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus dem Öl- und Gasexplorer Morgan Creek Energy ein Technologieunternehmen. Dass TagLikeMe keine Umsätze erwirtschaftet und ein negatives Eigenkapital aufweist, spielt keine Rolle.

Satte Renditen - und dann?

Solange die Kurse steigen, ist es für den einen oder Anleger auch wirklich zweitrangig, wer oder was hinter dem Unternehmen steckt. Aber genau das kann sich bei diesen Aktien schnell ändern. Sehr schnell sogar, wie zwei Beispiele zeigen. So wirbt der Börsendienst Pennystocks.com auf seiner Internetseite, mit den Aktien NSRS (North Springs Resources) und SNPK (Sunpeaks Ventures) Renditen von 700 bzw. 500 Prozent erzielt zu haben.

Letzte Chance

Nicht erwähnt wird indes, wie sich die beiden Aktien nach dem wundersamen Höhenflug entwickelt haben. Beide Titel sind in kürzester Zeit um über 90 Prozent eingebrochen und notieren heute nur noch bei wenigen Cent. Anleger sollen also auch bei TagLikeMe auf der Hut sein und nicht die "letzte Chance" zum Ausstieg verpassen. Am besten gar nicht erst einsteigen.

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