07.11.2012 Florian Westermann

TagLikeMe-Desaster: Eine Warnung für die Zukunft

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DAX
Trendthema

DER AKTIONÄR hatte mehrfach vor der Aktie des OTC-Wertes TagLikeMe gewarnt. Inzwischen ist das fast Unvermeidliche eingetreten: Nicht nur, dass deutsche Anleger ihre Stücke nicht mehr loswerden, in den USA ist der Kurs inzwischen auch um 70 Prozent eingebrochen. Das dürfte aber noch längst nicht alles gewesen sein. Worauf sollten Anleger in Zukunft achten?

DER AKTIONÄR hatte in den vergangenen Tagen mehrfach vor der Aktie des OTC-Wertes TagLikeMe gewarnt. Selbst die Finanzmarktaufsichtsbehörde BaFin hat eine Warnung ausgesprochen und die Börse OTC Markets hatte auf mögliche Interessenskonflikte, insbesondere im Hinblick auf Spam-Kampagnen oder Promotions-Aktivitäten, hingewiesen. In Deutschland ist der Wert inzwischen vom Handel ausgesetzt. Deutsche Anleger, die nicht direkt in den USA handeln, sitzen nun auf ihren Stücken und können nicht verkaufen. Unterdessen hat der Titel in den USA in den vergangenen Tagen rund 70 Prozent an Wert verloren.

Die Talfahrt dürfte damit aber noch nicht beendet sein, schließlich wird die Firma selbst jetzt noch mit über 30 Millionen Dollar bewertet. Dem steht eine Firma ohne jegliche Umsatzerlöse, mit lediglich 15.824 Dollar an kurzfristigen Vermögenswerten und mit knapp einer Million Dollar Schulden gegenüber.

Geschichte wiederholt sich  

Doch wie konnte es überhaupt zu dem übertriebenen Kursanstieg kommen? Vorangegangen war eine großangelegte Marketingkampagne mit dubiosen Kaufempfehlungen. In diversen E-Mails wurden Gerüchte verbreitet, Facebook könne eines Tages ein Auge auf TagLikeMe werfen. Die Absicht hinter diesen E-Mails war klar: unbedarften Kleinanlegern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Solche Fälle hat es in der Vergangenheit schon des Öfteren gegeben und wird es mit Sicherheit auch in Zukunft geben. Schützen kann man sich dagegen ganz einfach: Wenn unaufgefordert wieder ein Geheimtipp im Postfach liegt, der mehrere hundert Prozent Gewinn verspricht, einfach den Löschen-Button betätigen.

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Thomas Gebert ist seit mehreren Jahrzehnten an den Finanzmärkten aktiv. Der von ihm entwickelte Börsenindikator wird regelmäßig in der Wirtschaftspresse besprochen und diente einer führenden Investmentbank als Grundlage für ein erfolgreiches Zertifikat. Inmitten der Finanzkrise will der Börsenprofi eine Lanze für den Optimismus brechen. In seinem Manifest mit dem provozierenden Titel "Warum der DAX auf 10.000 Punkte steigt" zeigt er, warum er gute Chancen sieht, dass sich die aktuelle Krise mit ein wenig Abstand als hervorragende Kaufchance für mutige Investoren erweisen könnte.

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