Die SpaceX-Aktie profitierte zuletzt vor allem von der Vorstellung, dass das Unternehmen weit mehr werden könnte als ein Raumfahrt- und Satellitenanbieter. Für zusätzlichen Schub sorgte die Vorstellung von „Grok Bot“, einer neuen KI-Software, die wie ein Team aus mehreren spezialisierten KI-Agenten arbeiten soll.
Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas wertete den Start als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden KI-Plattform. SpaceX könne damit perspektivisch Rechenleistung, Echtzeitdaten, günstige und skalierbare KI-Infrastruktur sowie die globale Starlink-Konnektivität in einem Paket bündeln. Nach Ansicht von Jonas ist Grok Bot ein erstes sichtbares Zeichen dafür, dass SpaceX künftig eigene, wertschöpfende KI-Produkte anbieten könnte – und nicht nur Rechenkapazität vermietet.
Genau darin liegt der Reiz für die Anleger: SpaceX könnte sich vom Anbieter von Raketenstarts und Satelliteninternet zu einer Art KI-Infrastrukturkonzern mit eigener Software entwickeln. Jonas hält den Marktwert dieses Geschäfts bislang für kaum berücksichtigt und bekräftigte seine Overweight-Einstufung mit einem Kursziel von 300 Dollar. Auch das Ende der Lock-up-Frist sieht er nicht primär als Risiko, sondern als mögliche Einstiegschance bei einem langfristig stark wachsenden Unternehmen.
Mizuho sieht Rückenwind
Die positive Stimmung wird auch durch eine aktuelle Studie von Mizuho Securities gestützt. Die Analysten sprechen von einem starken ersten Quartal als börsennotiertes Unternehmen und bestätigten in ihrem Update ihre Kursziel von 200 Dollar für die SpaceX-Aktie.
Die Analysten von Mizuho hoben hervor, dass nicht nur ein Geschäftsbereich überzeugt habe, sondern alle drei Sparten.
Besonders wichtig ist für Mizuho die schnelle Monetarisierung der KI-Infrastruktur. SpaceX habe in den ersten Wochen des dritten Quartals weitere Cloud-Verträge im Volumen von 6,7 Milliarden Dollar abgeschlossen. Das Management erwartet, dass Cloud-Dienste zum wichtigsten Treiber auf dem Weg zu einem jährlichen Umsatz von rund 100 Milliarden Dollar werden könnten.
SpaceX wächst zwar stark, verbrennt aber gleichzeitig gewaltige Summen für Rechenzentren, Chips und KI. Es gilt abzuwarten, ob sich diese Investitionen schnell genug in Gewinne verwandeln lassen. Die Bewertung von SpaceX ist nach wie vor extrem sportlich .Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei über 70.
Heißt: Ein großer Teil der SpaceX-Investmentstory ist eine Wette auf Musk: auf sein Versprechen, Rechenzentren im Weltraum zu bauen, eines Tages Menschen zum Mars zu schicken und gleichzeitig im KI-Wettbewerb erfolgreich zu sein.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.
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