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SpaceX‑Aktie: Konkurrenz aus Bayern?

SpaceX‑Aktie: Konkurrenz aus Bayern?
Foto: Shutterstock/KI-generiert
Space Exploration Technologies Corp. -%
Jan-Paul Fóri Heute, 09:58 Jan-Paul Fóri
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Isar Aerospace hat beim zweiten Testflug seiner Spectrum-Rakete einen historischen Erfolg gefeiert. Doch werden die Bayern jetzt zum großen Herausforderer von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX oder können SpaceX-Aktionäre gelassen bleiben? DER AKTIONÄR ordnet das Ereignis vom vergangenen Wochenende ein.

  • Isar Aerospace hat beim zweiten Testflug erstmals fünf Satelliten erfolgreich in den Orbit gebracht.
  • Ex-Astronaut Ulrich Walter sieht großes Potenzial für europäische Kleinraketen und warnt zugleich vor überzogenen Erwartungen.
  • Für SpaceX ist Isar Aerospace keine echte Bedrohung – die Unternehmen bedienen unterschiedliche Märkte.

Für die europäische Raumfahrt ist es ein wichtiger Schritt: Die Spectrum-Rakete von Isar Aerospace hat am Wochenende beim zweiten Testflug den Erdorbit erreicht und fünf Satelliten in rund 500 Kilometern Höhe ausgesetzt. Die 28 Tonnen schwere Rakete startete vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya. Beim ersten Versuch im März 2025 war die Rakete bereits nach rund 30 Sekunden abgestürzt, nun glückte die Mission.

Ein Meilenstein für Europa

Das 2018 gegründete Unternehmen Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München will mit Spectrum einen eigenen europäischen Zugang zum Weltraum schaffen. Nach mehreren Verschiebungen gelang nun der entscheidende Schritt: Die Rakete erreichte die sogenannte Kármán-Linie und anschließend den Orbit. 

Für Europa ist das strategisch relevant. Denn bislang ist der Kontinent bei vielen Satellitenstarts auf ausländische Anbieter angewiesen. Vor allem SpaceX dominiert den kommerziellen Startmarkt. Isar Aerospace will diese Abhängigkeit zumindest teilweise reduzieren. Die Spectrum ist dabei allerdings nicht als direkter Ersatz für die großen Trägersysteme von SpaceX konzipiert.

Ex-Astronaut Ulrich Walter sieht Chancen

Einer, der die Entwicklung der deutschen Raumfahrt seit Jahren begleitet, ist Ulrich Walter. Der ehemalige Astronaut flog 1993 mit dem Space Shuttle Columbia ins All und war später Professor für Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München.

Walter kennt Isar Aerospace zudem aus nächster Nähe: Unternehmenschef Daniel Metzler war einst Student an seinem Lehrstuhl. Bereits in der Vergangenheit betonte Walter die Chancen privater Anbieter kleinerer Raketen. Satelliten würden zunehmend kleiner, während kleinere Raketen flexiblere Startmöglichkeiten böten.

Auch bei DER AKTIONÄR TV war Ulrich Walter kürzlich zu Gast. Dort ging es unter anderem um die Entwicklung der Raumfahrt und die Chancen europäischer Unternehmen. Seine Einschätzungen passen zum aktuellen Isar-Erfolg: Die neuen europäischen Raketenbauer haben durchaus einen Markt – allerdings in einer anderen Liga als SpaceX.

Kämpft Isar Aerospace gegen SpaceX?

Genau hier liegt der entscheidende Punkt. Isar Aerospace und SpaceX sind nur auf den ersten Blick Konkurrenten. Die Spectrum ist als sogenannte Microlauncher-Rakete auf kleinere Nutzlasten und erdnahe Umlaufbahnen ausgelegt. SpaceX verfügt dagegen mit Falcon 9 über ein wesentlich größeres und wiederverwendbares Trägersystem und arbeitet mit Starship zudem an einer völlig anderen Größenordnung.

Auch die Ariane 6 spielt in einer anderen Liga. Sie kann deutlich schwerere Nutzlasten transportieren und Satelliten unter anderem in geostationäre Umlaufbahnen bringen.

Isar Aerospace konzentriert sich dagegen auf einen Markt, der durch die wachsende Zahl kleiner Satelliten entsteht. Genau diese Nische könnte für das Unternehmen interessant werden. Walter hatte bereits früher darauf hingewiesen, dass kleinere Anbieter flexibler sein können als große Raketenbetreiber.

SpaceX (WKN: A42D4F)

Es bleibt dabei: Isar Aerospace ist derzeit keine echte SpaceX-Konkurrenz. Vielmehr könnte das bayerische Unternehmen von einem wachsenden Markt profitieren, den SpaceX mit seinen großen Trägerraketen nicht vollständig abdecken will oder kann. Für Europa wäre ein erfolgreicher deutscher Anbieter zudem ein Schritt hin zu mehr strategischer Eigenständigkeit. Gleichwohl ändert dies nichts an der Einschätzung des AKTIONÄR: Die SpaceX-Aktie, die auch Teil des AKTIONÄR-Depots ist, bleibt ein Kauf.

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Quelle: Börsenmedien AG

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.

SpaceX-Aktien befinden sich im AKTIONÄR-Depot.

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