Der US-Finanzdienstleister SoFi Technologies hat am Freitag starke Zahlen für das vierte Quartal präsentiert und damit nicht nur die Erwartungen der Analysten übertroffen, sondern erstmals auch die Milliardenmarke beim Umsatz geknackt. Die Aktie trotzt dem durchwachsenen Gesamtmarkt und legt zum Handelsstart an der Wall Street kräftig zu.
Der Wachstums-Champion (siehe DER AKTIONÄR 50/2025) macht seinem Ruf wieder einmal alle Ehre: SoFi hat den bereinigten Umsatz im vierten Quartal um 37 Prozent auf 1,01 Milliarden Dollar gesteigert und damit erstmals die Milliarden-Dollar-Marke geknackt. Zudem wurden die Analystenschätzungen von 988 Millionen Dollar deutlich übertroffen.
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg von 5 Cent im Vorjahreszeitraum auf 13 Cent – ein Plus von 160 Prozent. Auch hier übertraf das Fintech die Erwartungen von durchschnittlich zwölf Cent pro Aktie.
Besonders beeindruckend entwickelte sich der Nettozinsertrag, der mit 2,22 Milliarden Dollar die Erwartungen von 604,6 Millionen Dollar um mehr als das Dreifache übertraf. Das bereinigte EBITDA stieg um 60 Prozent auf 317,6 Millionen Dollar und lag damit ebenfalls über den Schätzungen von 303,8 Millionen Dollar. CEO Anthony Noto bezeichnete die Ergebnisse in einem Interview mit dem Finanzportal Barron’s als „außergewöhnlich“ – sicherlich keine Übertreibung.
Rekordwachstum bei Nutzern und Krediten
Profitiert hat SoFi dabei vom kräftigen Nutzerwachstum. Im Schlussquartal gewann das Unternehmen eine Million neue Mitglieder – ein Rekordwert. Die Gesamtzahl der Nutzer stieg damit auf 13,7 Millionen, ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen verkaufte 1,6 Millionen neue Produkte, wobei 40 Prozent davon durch Cross-Selling an Bestandskunden zustande kamen.
Als Wachstumstreiber erwies sich zudem einmal mehr das Kreditgeschäft: Das Volumen aller ausgegebenen Kredite stieg um 46 Prozent auf 10,5 Milliarden Dollar und erreichte damit einen neuen Rekord. Privatkredite legten um 43 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar zu, Studienkredite um 38 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Besonders dynamisch entwickelten sich Hypothekendarlehen, die sich nahezu verdoppelten.
Entscheidend für die Unabhängigkeit von Zinsschwankungen ist das gebührenbasierte Geschäft, das um 53 Prozent zulegte. Die Sparte Finanzdienstleistungen steigerte ihren Umsatz um 78 Prozent auf 457 Millionen Dollar.
Noto wertet die starke Entwicklung als Beweis dafür, dass der „Alles-aus-einer-Hand“-Ansatz seines Unternehmens Früchte trägt und skaliert. Gleichzeitig gelte es nun, mit Nachdruck die nächste Phase im Bereich Finanzdienstleistungen voranzutreiben – nämlich Krypto- und Blockchain-Innovationen mit banküblicher Sicherheit und Stabilität zu verknüpfen (DER AKTIONÄR berichtete).
Ambitionierter Ausblick bis 2028
„Diese Kombination aus Größe, Innovation und Profitabilität versetzt SoFi in die Lage, dauerhaftes, nachhaltiges Wachstum voranzutreiben und im Jahr 2026 und darüber hinaus überdurchschnittliche finanzielle Renditen zu erzielen“, so der CEO. Entsprechend optimistisch fällt auch die Prognose für das laufende Jahr aus.
Konkret peilt SoFi für das Gesamtjahr 2026 einen bereinigten Umsatz von rund 4,66 Milliarden Dollar an – deutlich über den Konsenserwartungen von 4,52 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA soll etwa 1,6 Milliarden Dollar erreichen. Mittelfristig plant das Management ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von mindestens 30 Prozent zwischen 2025 und 2028. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet SoFi sogar ein jährliches Wachstum von 38 bis 42 Prozent im selben Zeitraum.
Das hören Anleger gerne – die Aktie hat im vorbörslichen US-Handel zeitweise rund sechs Prozent zugelegt. Kurz nach Handelsstart an der Wall Street ist das Plus allerdings schnell wieder zusammengeschrumpft. Grund dafür ist primär der schwächelnde Gesamtmarkt, wo am Freitag die roten Vorzeichen dominieren.
SoFi hat wieder einmal starke Zahlen abgeliefert und unterstreicht mit dem Ausblick den Wachstumskurs. Der Chart spiegelt das momentan allerdings nicht wider – hier dauert die Konsolidierung an. DER AKTIONÄR bleibt weiterhin klar bullish für die Empfehlung aus Ausgabe 50/2025. Investierte Anleger sollten aber den Stopp bei 19 Euro im Blick behalten.
30.01.2026, 16:00