Sterneküche de luxe statt HelloFresh – exklusives Angebot für Daheimgebliebene
05.03.2020 Markus Bußler

Silber: Was für ein Jammer!

-%
Silber
Trendthema

Die Goldanleger haben volatile Zeiten hinter sich. Nach dem größten Kursrutsch binnen sieben Jahren am vergangenen Freitag ging es in den letzten Tagen wieder nach oben. Mittlerweile notiert der Goldpreis wieder im Bereich von 1.640 Dollar. Doch bei Silber blieb die große Erholung bislang aus. Der Silberpreis fiel von knapp 19 Dollar auf unter 17 Dollar. Aktuell notiert der Silberpreis bei rund 17,20 Dollar. Die Gold/Silver-Ratio beläuft sich auf rund 96. Und das ist historisch gesehen ein extrem hoher Wert.

Viele Silberanleger spekulieren darauf, dass sich diese Ratio deutlich reduzieren wird. Sprich: Silber müsste deutlich stärker steigen (oder weniger stark fallen) als Gold. Doch bislang ist diese Rechnung nicht aufgegangen. Auch charttechnisch ist Silber objektiv betrachtet stärker angeschlagen als Gold. In einem Interview mit dem Internetportal kitco.com glaubt Todd „Bubba“ Horwitz Chief Market Strategist, BubbaTrading.com, dass sich genau aus diesem Grund die Gold/Silver-Ratio noch weiter erhöhen wird. Sprich: Die Entwicklung von Gold und Silber könnten noch weiter auseinander driften. Silber könnte sich also in den kommenden Wochen weiterhin besser entwickeln als Gold. Ist das eine realistische Prognose?

Silber (ISIN: XC0009653103)

Nun, die Gold/Silver-Ratio ist ein denkbar schlechter Ratgeber, wenn es darum geht, kurzfrisitg die Entwicklung von Gold und Silber vorherzusagen. Nüchtern betrachtet ist die Ratio seit Jahren hoch, immer wieder haben Silberanleger darauf verwiesen, Silber müsse aufgrund dieser Ratio stärker steigen als Gold. Doch gebracht hat dies wenig. Natürlich spricht die Ratio dafür, dass der Silberpreis im historischen Kontext verglichen mit dem Goldpreis zu niedrig ist (oder Gold zu hoch). Doch das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Silber deshalb in den kommenden Tagen damit beginnen wird, sich besser zu entwickeln als Gold. Die Ratio ist sicherlich kein Timingindikator. Charttechnisch sieht Gold tatsächlich besser aus als Silber. Dennoch sollten Silberanleger die Flinte nicht ins Korn werfen. Silber leidet auch unter der Entwicklung der Industrienmetalle und der nachlassenden Inflationserwartung. Das mag sich ändern, wenn die Corona-Angst aus dem Markt entweicht. Auch wenn der Verlauf von Silber aktuell frustrierend ist, rechnet DER AKTIONÄR weiter damit, dass der Silberpreis im laufenden Jahr die Marke von 20 Dollar überspringen kann. Das dürfte auch vielen Minenaktien Rückenwind verleihen.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0