Gute Nachrichten auch für Siemens Energy: Der Ausbau von KI-Rechenzentren sorgt beim Rivalen GE Vernova für kräftige Nachfrage. Besonders in den USA stoßen Stromnetze und Kraftwerke an ihre Grenzen; in manchen Regionen wurde der Bau neuer Rechenzentren deshalb bereits gestoppt. Gefragt sind unter anderem Gasturbinen und Netzausrüstung.
Teile der Produktionskapazitäten sind für Jahre im Voraus ausgebucht. Im dritten Quartal setzte der Energietechnik-Konzern 12,6 Milliarden US-Dollar um – rund 25 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als Analysten erwartet hatten. Auch beim Jahresausblick legt GE Vernova die Messlatte höher: Für 2026 werden nun Erlöse von 46,5 bis 47,5 Milliarden Dollar angepeilt. Die bereinigte EBITDA-Marge soll 13,5 bis 14,5 Prozent erreichen; zuvor lag die Zielspanne bei 12 bis 14 Prozent.
Die Profitabilität verbesserte sich ebenfalls deutlich. Die operative Marge kletterte von 8,1 auf 15,4 Prozent. Das operative Ergebnis stieg auf 1,94 Milliarden Dollar, nach 811 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn erreichte knapp 1,3 Milliarden Dollar und lag damit fast dreimal so hoch wie ein Jahr zuvor.
Konzernchef Scott Strazik erwartet, dass der Auftragsbestand im vierten Quartal die Marke von 200 Milliarden Dollar übertrifft. Zugleich dürfte GE Vernova das Jahr mit vertraglich gesicherten Gasturbinenprojekten von mindestens 130 Gigawatt beenden. Ende September belief sich der Auftragsbestand bereits auf 197 Milliarden Dollar. Finanzchef Ken Parks erklärte die höheren Margen mit günstigeren Preisen, einer sorgfältigen Auswahl neuer Aufträge und dem Ausbau des Servicegeschäfts rund um Gasturbinen.
Mit der geplanten Übernahme der Trench Group für neun Milliarden Dollar will GE Vernova außerdem seine Aktivitäten bei Hochspannungstechnik für Stromnetze stärken. Der Abschluss des Geschäfts ist für Ende 2027 vorgesehen.
Durch den Rücksetzer ist die Aktie von Siemens Energy unter den Stoppkurs des AKTIONÄR gerutscht. Die erste Gegenbewegung ist mit den Kursgewinnen am Montag nun da. Der Abwärtstrend der vergangenen Monate ist aber nach wie vor intakt. Bevor sich ein Neueinstieg wieder lohnt, müssen weitere Impulse her – auch wenn es grundsätzlich operativ beim DAX-Konzern nach wie vor gut läuft.
GE Vernova bleibt indes eine laufende Empfehlung des AKTIONÄRS (Stopp: 675,00 Euro).
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Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Siemens Energy.
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