Der Name steht dreimal im DAX, die Marktkapitalisierung knackt die 200-Milliarden-Euro-Marke und die Aktie markierte erst am Donnerstag bei 276 Euro ein neues Rekordhoch. Damit ist die Siemens AG das wertvollste börsennotierte Unternehmen Deutschlands. Doch wie schlägt sich die Aktie im Langfristcheck?
Siemens hat am Donnerstag ein Ausrufezeichen gesetzt. Nach starken Quartalszahlen und bestätigten Jahreszielen kletterte das Papier auf einen neuen historischen Höchststand. Auch wenn die Aktie am Freitag nach der Rally leicht nachgab, bleibt die fundamentale Lage stabil. Die Analysten von UBS und JPMorgan haben ihre Kursziele bereits auf bis zu 335 Euro hochgeschraubt. Das Wachstum bei der Elektrifizierung und Automatisierung überzeugt. Die heutige Bewertung ist das Ergebnis einer radikalen Transformation, die 1847 in einem Berliner Hinterhof begann.
Seine Wurzeln hat das deutsche Traditionsunternehmen in Berlin. Dort gründeten Werner Siemens und Johann Georg Halske die „Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske“. Es war die Geburtsstunde der modernen Elektrotechnik. Siemens baute 1879 die erste elektrische Eisenbahn der Welt und legte 1881 den Grundstein für die erste elektrische Straßenbeleuchtung in Berlin. Nach der Firmierung in die „Siemens & Halske AG“ und dem Börsengang 1899 wurde das Kapital für die globale Expansion gesichert. Im Jahr 1966 fusionierte die Gesellschaft schließlich mit der „Siemens-Schuckertwerke AG“ und der „Siemens-Reiniger-Werke AG“ zur heutigen Siemens AG. Seit der Gründung des DAX im Jahr 1988 ist das Unternehmen ununterbrochen Mitglied im deutschen Leitindex.
Über Jahrzehnte entwickelte sich Siemens zum Inbegriff des deutschen Industriekonglomerats. Der Konzern baute fast alles: von Kraftwerken und Zügen über Waschmaschinen bis hin zu Mobiltelefonen. Diese Breite wurde jedoch zunehmend zur Belastung. Siemens galt lange als schwerfällig und zu komplex. Die Wende brachte die Strategie „Fokus schlägt Breite“. Siemens trennte sich konsequent von Randgeschäften und brachte neue Champions an die Börse. Den Anfang machte Infineon (2000), später folgten Osram (2013), Siemens Healthineers (2018) und schließlich 2020 die Energiesparte Siemens Energy.
Das wurde aus 1.000 Euro
Wer Ende 1989 umgerechnet 1.000 Euro investierte, hält heute einen Wert, der den Markt weit hinter sich lässt. Die reine Kurssteigerung verwandelte den Einsatz in rund 16.000 Euro. Inklusive reinvestierter Dividenden stieg der Gesamtertrag im selben Zeitraum um über 4.100 Prozent. Aus den ursprünglichen 1.000 Euro wurden so 42.300 Euro.
In den letzten zehn Jahren lieferte Siemens inklusive Dividenden eine jährliche Rendite von 15,27 Prozent. Der DAX kam im selben Zeitraum lediglich auf 9,2 Prozent pro Jahr. Damit hat sich das Kapital in einer Dekade mehr als vervierfacht. Auf Sicht von fünf Jahren hat sich der Einsatz bereits mehr als verdoppelt.
Der Wandel zum Software- und Automatisierungsgiganten ist abgeschlossen. Das Rekordhoch bestätigt den Kurs. Anleger bleiben investiert. Auch die Tochter Siemens Energy bietet nach der operativen Stabilisierung weiteres Potenzial.
Häufig gestellte Fragen zu Siemens
Wie viel Dividende zahlt Siemens aktuell?
Siemens hat die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 auf 5,35 Euro je Aktie angehoben. Der Beschluss wurde auf der Hauptversammlung am 12. Februar 2026 gefasst, die Auszahlung erfolgte am 17. Februar. Beim aktuellen Kurs entspricht das einer Dividendenrendite von rund zwei Prozent. Für das nächste Jahr erwarten Experten bereits eine weitere Steigerung auf über 5,60 Euro.
Wie sicher ist die Dividende bei Siemens?
Der Konzern ist einer der zuverlässigsten Zahler im DAX. Siemens schüttet in der Regel zwischen 40 und 60 Prozent seines Gewinns an die Aktionäre aus. In den vergangenen zehn Jahren wurde die Dividende stetig erhöht oder zumindest stabil gehalten. Da die Geschäfte mit der Digitalisierung der Industrie und moderner Infrastruktur hohe Cashflows abwerfen, ist die Dividende durch die laufenden Gewinne bestens gedeckt.
Wie viel KI-Potenzial steckt in Siemens?
Siemens hat sich unter dem Technik-Vorstand Peter Körte zu einem weltweit führenden Anbieter für industrielle Künstliche Intelligenz entwickelt. Das Unternehmen nutzt KI, um Fabriken effizienter zu machen und Züge oder Gebäude intelligent zu steuern. Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie Microsoft im Bereich „Industrial Metaverse“ besetzt Siemens die Schlüsselrolle an der Schnittstelle zwischen realer Produktion und digitaler Intelligenz – ein Milliardenmarkt der Zukunft.
Heute, 09:00