Die US-Börsen haben am Donnerstag kräftig zugelegt. Anleger schöpften Hoffnung, dass die US-Notenbank die Zinsen vorerst unverändert lässt: Der S&P 500 gewann 1,1 Prozent auf 7.747,71 Punkte, der Dow Jones stieg um 624 Punkte beziehungsweise 1,2 Prozent auf 53.686,11 Punkte. Das bedeutete den besten Handelstag seit dem 4. August.
Parallel dazu gaben die Renditen am Anleihemarkt nach. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe sank auf rund 4,76 Prozent, nachdem Fed-Gouverneur Christopher Waller erklärt hatte, er würde – sofern die anstehenden Inflationsdaten keine Überraschungen bringen – dafür plädieren, die Zinsen stabil zu halten. Zuvor war die Rendite am Mittwoch noch auf den höchsten Stand seit November 2023 gestiegen.
Bei den Einzelwerten gab es teils massive Kursbewegungen – wie zum Beispiel SpaceX. Elon Musk baut die KI-Sparte von SpaceX um. Ein Post dazu sorgte für einen Kurssprung der Aktie um 6,2 Prozent. Zeitweise waren es sogar rund acht Prozent.
Ebenfalls stark: Die Strategy-Aktie legte 17,4 Prozent zu und bestätigte damit erneut ihre Hebelwirkung auf den Bitcoin. Rückenwind lieferte zudem die Aussage von Michael Saylor, wonach das Unternehmen über ein „Total Reserve Capital“ von 66 Milliarden Dollar verfüge. Strategy hält derzeit 845.050 Bitcoin.
Auch Robinhood sorgte mit einem Kursplus von 16,7 Prozent für Aufsehen. Die unternehmenseigene Layer-2-Blockchain erzielte am 1. September Netzwerkeinnahmen von mehr als 3,8 Millionen Dollar und belegte damit weltweit den ersten Platz.
Die Palantir-Aktie drehte nach dem Rücksetzer vom Vortag deutlich nach oben und gewann 7,6 Prozent. Eine ausgeweitete Partnerschaft mit PwC sowie neue Kunden aus der Finanz- und Versicherungsbranche sorgten für Rückenwind.
Bereits vorbörslich überzeugt Snowflake mit einem Produktumsatz von 1,49 Milliarden Dollar im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 und einem Wachstum von 37 Prozent. Gleichzeitig stieg die operative Marge auf 15 Prozent. Der Datenkonzern hob zudem seine Jahresprognose an, worauf die Aktie zeitweise um 23 Prozent zulegte. Am Ende blieb davon ein Plus von 17 Prozent übrig.
Die Aktie von Ultragenyx Pharmaceutical brach hingegen um 43,5 Prozent ein. Der Medikamentenkandidat Apazunersen verfehlte in einer zulassungsrelevanten Phase-3-Studie zum Angelman-Syndrom sowohl den primären als auch einen wichtigen sekundären Endpunkt. Damit fällt eine zentrale Pipeline-Hoffnung des Biotech-Unternehmens weg.
Nicht ganz so hart traf es Victoria’s Secret. Die Aktie rauschte nach schwachen Zahlen zeitweise um 20 Prozent in den Keller. Ausschlaggebend war der Umsatz, der mit 1,61 Milliarden Dollar knapp hinter den Analystenschätzungen zurückblieb. Die hohen Erwartungen an den laufenden Turnaround wurden damit enttäuscht.
Nach dem Scheitern der rund 53 Milliarden Dollar schweren Übernahme durch Stripe und Advent International setzt PayPal unterdessen auf einen eigenständigen Umbau. Konzernchef Enrique Lores plant Einsparungen von mindestens 1,5 Milliarden Dollar bei den jährlichen Betriebskosten. Dafür könnten bis zu 20 Prozent der weltweiten Arbeitsplätze wegfallen.
In Deutschland sorgte unterdessen Volkswagen am Abend noch für reichlich Wirbel. Der Aufsichtsrat stimmte überraschend einem Maßnahmenpaket des Vorstands zu, das den kriselnden Autobauer wieder in die Spur bringen soll (siehe hier). Die Aktie reagierte nachbörslich klar positiv auf diese Einigung.
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