Der Volkswagen-Aufsichtsrat hat überraschend schnell und einstimmig einem umfassenden Spar- und Umbaupaket zugestimmt. Unterdessen sind weitere Eckpunkte des Programms durchgesickert. Die Pläne dürften an den Märkten gut ankommen.
- Volkswagen-Aufsichtsrat stimmt Sparpaket einstimmig zu.
- Es umfasst weitreichende Maßnahmen - von Marken über Margen bis hin zu Werken.
- Die Aktie reagiert auf den Beschluss mit leichten Zugewinnen im nachbörslichen Handel.
Bei Volkswagen geht es heute Schlag auf Schlag. Waren im Tagesverlauf noch neue Eckpunkte zu den dringen notwendigen Sparmaßnahmen bekannt geworden (DER AKTIONÄR berichtete), folgt am Abend der Paukenschlag. Der Aufsichtsrat hat dem Plänen überraschend bereits zugestimmt. Volkswagen will sein Beteiligungsportfolio um rund ein Drittel reduzieren. Nicht-strategische Aktivitäten sollen veräußert oder neu strukturiert werden. Zudem wird das Immobilienportfolio des Konzerns überprüft.
Der Aufsichtsrat will sich künftig auf Zustimmungsvorbehalte bei Maßnahmen von wesentlicher Bedeutung beschränken. Gleichzeitig wurde der Vorstand beauftragt, ein Konzept zur Vereinfachung der Konzernstruktur zu erarbeiten.
Für die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm gibt es laut Volkswagen keine wettbewerbsfähige Folgebelegung. Der Konzern prüft daher alternative Verwendungsmöglichkeiten für die Werke. In Europa besteht demnach eine Produktionsüberkapazität von rund 500.000 Fahrzeugen.
Bis Ende Juni 2027 soll ein Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur vorliegen. Klar ist: Nicht strategische Aktivitäten sollen veräußert oder neu strukturiert werden.
Volkswagen will zudem die Angebotskomplexität bis 2035 um 75 Prozent und die Modellpalette um 50 Prozent reduzieren. Ein konzernweites Programm für operative Exzellenz soll zudem für schlankere Strukturen, klarere Verantwortlichkeiten und kürzere Entscheidungswege sorgen. Auch das Beteiligungs- und Immobilienportfolio soll auf den Prüfstand gestellt werden.
Für den Zeitraum von 2027 bis 2031 plant der Konzern Gemeinkosten von 37 Milliarden Euro sowie Investitionen in Höhe von 135 Milliarden Euro, unter anderem in neue Produkte, Technologien und Wachstumsfelder.
Bis 2030 peilt Volkswagen eine operative Umsatzrendite von neun Prozent an. Das entspräche einem operativen Ergebnis von rund 31 Milliarden Euro. Gleichzeitig soll der Absatz bei etwa neun Millionen Fahrzeugen pro Jahr liegen.
Das Exportgeschäft soll stärker in Richtung des globalen Südens ausgebaut werden. Das China-Geschäft will Volkswagen an die Erwartungen anpassen. In Nordamerika soll sich der Konzern auf die profitabelsten Segmente konzentrieren.
Die schnelle und einstimmige Zustimmung des Aufsichtsrats ist ein positives Signal. Die angekündigten Maßnahmen gehen in die richtige Richtung: Volkswagen will die Konzernstruktur vereinfachen, das Beteiligungsportfolio straffen und die hohe Komplexität reduzieren.
Ob das Paket auch das Potenzial für den großen Befreiungsschlag hat, wird DER AKTIONÄR in Kürze analysieren. Vorerst bleiben Anleger an der Seitenlinie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
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