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Snowflake-Aktie: Kurs springt nachbörslich um 23 Prozent an – das steckt hinter den Zahlen

Snowflake-Aktie: Kurs springt nachbörslich um 23 Prozent an – das steckt hinter den Zahlen
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Ingo Nix Heute, 08:47 Ingo Nix
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Der Datenkonzern beschleunigt das Wachstum im dritte Quartal in Folge, hebt die Jahresprognose auf 6,07 Milliarden Dollar Produktumsatz an und verdient operativ mehr denn je. 

Snowflake betreibt eine Datenplattform in der Cloud: Unternehmen lagern dort ihre Daten, werten sie aus und lassen darauf inzwischen KI-Anwendungen laufen. Abgerechnet wird nach Verbrauch, je mehr Rechenzeit und Speicher ein Kunde nutzt, desto höher der Umsatz. 

Im Q2 des Geschäftsjahres 2027 (Ende Juli) kam der Produktumsatz auf 1,49 Milliarden Dollar, 37 Prozent mehr als im Vorjahr; mit den Dienstleistungen sind es 1,55 Milliarden Gesamtumsatz, ein Plus von 35 Prozent. Entscheidend ist die Richtung: drittes Quartal in Folge mit steigender Rate; aus dem Schlussquartal des Geschäftsjahres 2026 kam der Konzern mit 30 Prozent. Nachbörslich sprang die Aktie um gut 23 Prozent auf rund 378 Dollar, gemessen am Mittwochsschluss von 305,84 Dollar an. 

Snowflake: Warum die KI den Kernumsatz mitzieht

Der Umsatz ist damit ein laufender Zähler der Plattformaktivität. Genau dort setzen die KI-Produkte an: Der Programmieragent CoCo kam auf mehr als 9.100 Kundenkonten, die Agentenumgebung CoWork auf 5.800. Laut Management steuerten sie etwa die Hälfte der Beschleunigung bei, die andere Hälfte kommt aus dem Kerngeschäft, das durch die neuen Arbeitslasten mitwächst. Die Netto-Umsatzbindungsrate von 126 Prozent zeigt: Bestandskunden geben binnen eines Jahres gut ein Viertel mehr aus. Die vertraglich gebundenen, noch nicht verbuchten Umsätze legten um 30 Prozent auf neun Milliarden Dollar zu.

Snowflake Inc. (WKN: A2QB38)

Snowflake: Der Preis des Wachstums

Bezahlt wird das an der Bruttomarge: Die Prognose für die bereinigte Bruttomarge sinkt von 75 auf 74 Prozent, weil KI-Arbeitslasten Modelle und Rechenzeit kosten. Die operative Marge steigt trotzdem: im Q2 auf 15 Prozent nach elf Prozent, für das Gesamtjahr von 13,5 auf 14,5 Prozent. Der Hebel kommt aus der Personaldisziplin: Seit Jahresbeginn kamen 334 Stellen hinzu nach 935 im Vorjahr, 173 davon über die Übernahme von Observe.

Nach US-Bilanzregeln bleibt Snowflake im Verlust: 263 Millionen Dollar operativ, 191,7 Millionen netto. Wunder Punkt bleibt die aktienbasierte Vergütung: 456,4 Millionen Dollar oder 29 Prozent des Umsatzes; die Aktienzahl stieg trotz Rückkäufen von 335,2 auf 349,3 Millionen. Der bereinigte freie Cashflow lag im Q2 bei 92,3 Millionen Dollar; die 23 Prozent Jahresziel muss das zweite Halbjahr liefern. 

Snowflake: Worauf es jetzt ankommt

Nächster Prüfstein sind die Q3-Zahlen; den Termin hat Snowflake nicht bestätigt, üblich ist Anfang Dezember. Drei Schwellen entscheiden: ein Produktumsatz am oberen Rand der Prognose von 1,593 Milliarden Dollar, eine Bruttomarge über 74 Prozent und eine Bindungsrate, die die 126 Prozent hält. Diese dritte Zahl beantwortet eine einfache Frage: Was geben die Kunden, die Snowflake schon hatte, heute aus im Vergleich zu früher? Neukunden zählen nicht mit. 126 Prozent heißen also: Aus 100 Dollar Umsatz mit dieser Gruppe sind 126 Dollar geworden. Sinkt der Wert, wächst Snowflake vor allem über neue Kunden. 

Der Kurssprung ist die Reaktion auf eine seltene Kombination: steigendes Wachstum und steigende operative Marge. Die Gegenrechnung steht daneben – der KI-Mix verdünnt die Bruttomarge, das Ergebnis bleibt nach US-Bilanzregeln rot, und die Bewertung lässt keinen Puffer für einen Fehltritt.

Snowflake bleibt langfristig spannend. Die Konkurrenz ist stark und im Bereich KI führt weiterhin kein Weg an Nvidia vorbei. Anleger, die breit gestreut in das Trendthema KI investieren wollen, setzen auf den Künstliche Intelligenz Index des AKTIONÄR. Weitere Informationen finden Sie hier.

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