++ Jetzt 100 Prozent bis Jahresende ++

Satz mit X, das war wohl nix! Die 10 Börsenverlierer der ersten Jahreshälfte

Satz mit X, das war wohl nix! Die 10 Börsenverlierer der ersten Jahreshälfte
Foto: ChatGPT, KI-generiertes Bild
ATOSS Software SE -%
Annalena Götz Heute, 12:00 Annalena Götz

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Während Chip-Werte im ersten Halbjahr 2026 von einem Rekordhoch zum nächsten stürmten (DER AKTIONÄR berichtete), mussten andere Titel Federn lassen. Besonders schmerzhaft traf die Rotation den Software- und IT-Dienstleistungssektor. DER AKTIONÄR hat ein Ranking der 10 schwächsten Performer an den Frankfurter und New Yorker Börsen erstellt.

5 Flop-Werte aus Deutschland

Brutale Gewinnmitnahmen bei den einstigen Überfliegern des heimischen Aktienmarktes treffen auf ein raueres makroökonomisches Umfeld. Nach der Rally der Vorjahre waren die Bewertungen einiger deutscher Wachstums- und Zyklikwerte heiß gelaufen. Der Abverkauf trifft Software-Spezialisten, Logistikausrüster sowie die ehemals boomende Rüstungsbranche. Das zeigt: Sobald das Momentum nachlässt und Wachstumsraten sich normalisieren, flüchten die Anleger.

Welche fünf deutschen Aktien besonders unter die Räder kamen, erfahren Sie in der Bildergalerie:

Europas Marktführer bei Gabelstaplern, Lagertechnik und automatisierten Lieferketten-Lösungen leidet unter einem aggressiven Preiswettbewerb durch chinesische Anbieter. Der operative Gewinn dürfte nach einem schwachen Vorjahr dem Analystenkonsens zufolge 2026 dennoch wieder von 789 Millionen Euro auf 862 Millionen Euro steigen.
Europas Marktführer bei Gabelstaplern, Lagertechnik und automatisierten Lieferketten-Lösungen leidet unter einem aggressiven Preiswettbewerb durch chinesische Anbieter. Der operative Gewinn dürfte nach einem schwachen Vorjahr dem Analystenkonsens zufolge 2026 dennoch wieder von 789 Millionen Euro auf 862 Millionen Euro steigen.
Der Chart zeigt mit dem Fall unter den GD50 seit Anfang März einen unbarmherzigen Abwärtstrend. Ein Erholungsversuch scheitert zuletzt am Widerstand bei 42 Euro.
Der Chart zeigt mit dem Fall unter den GD50 seit Anfang März einen unbarmherzigen Abwärtstrend. Ein Erholungsversuch scheitert zuletzt am Widerstand bei 42 Euro.
Architekten, Ingenieure und Bauunternehmen planen und verwalten ihre Bauprojekte mit der Software von Nemetschek. Die Investitionszurückhaltung im Bausektor verlangsamt das Wachstum des Münchner Unternehmens in diesem Jahr voraussichtlich auf immerhin noch 13 Prozent.
Architekten, Ingenieure und Bauunternehmen planen und verwalten ihre Bauprojekte mit der Software von Nemetschek. Die Investitionszurückhaltung im Bausektor verlangsamt das Wachstum des Münchner Unternehmens in diesem Jahr voraussichtlich auf immerhin noch 13 Prozent.
Nemetschek fällt dem sektorweiten Ausverkauf zum Opfer. Nach einem dreimonatigen Stabilisierungsversuch im Frühjahr taucht die Aktie im Juni endgültig ab und wird bis auf ein Jahrestief bei 50,45 Euro durchgereicht.
Nemetschek fällt dem sektorweiten Ausverkauf zum Opfer. Nach einem dreimonatigen Stabilisierungsversuch im Frühjahr taucht die Aktie im Juni endgültig ab und wird bis auf ein Jahrestief bei 50,45 Euro durchgereicht.
Personaleinsatzplanung, Zeiterfassung und Schichtplanung laufen in vielen deutschen Unternehmen über Programme von ATOSS Software. Operativ wächst das Unternehmen 2026 zwar voraussichtlich um acht Prozent, aber die Angst vor der Disruption durch KI belastet.
Personaleinsatzplanung, Zeiterfassung und Schichtplanung laufen in vielen deutschen Unternehmen über Programme von ATOSS Software. Operativ wächst das Unternehmen 2026 zwar voraussichtlich um acht Prozent, aber die Angst vor der Disruption durch KI belastet.
Der Kurs erobert im zweiten Quartal zwar zwischenzeitlich den GD50 zurück, kann sich jedoch nicht nachhaltig aus dem Abwärtstrend befreien.
Der Kurs erobert im zweiten Quartal zwar zwischenzeitlich den GD50 zurück, kann sich jedoch nicht nachhaltig aus dem Abwärtstrend befreien.
Die Orderbücher von Deutschlands größtem Rüstungskonzern quellen durch die Sonderkonjunktur der Vorjahre über. Anleger hatten jedoch auf eine schnellere Umsetzung der Milliardenaufträge gehofft. Das überraschende Aus des Fregattenprojekts F-126 kommt zur Unzeit.
Die Orderbücher von Deutschlands größtem Rüstungskonzern quellen durch die Sonderkonjunktur der Vorjahre über. Anleger hatten jedoch auf eine schnellere Umsetzung der Milliardenaufträge gehofft. Das überraschende Aus des Fregattenprojekts F-126 kommt zur Unzeit.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus bei Rheinmetall auf 40 Prozent. Der Kurssturz Anfang der Woche drückt das Papier unter die 1.000-Euro-Marke.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus bei Rheinmetall auf 40 Prozent. Der Kurssturz Anfang der Woche drückt das Papier unter die 1.000-Euro-Marke.
Beim Ticketvermarkter und Konzertveranstalter CTS Eventim befürchten Anleger nach mehreren Rekordjahren ein nachlassendes Wachstum. Da hilft auch kein starkes Auftaktquartal mit 23 Prozent Umsatzsprung auf 614 Millionen Euro.
Beim Ticketvermarkter und Konzertveranstalter CTS Eventim befürchten Anleger nach mehreren Rekordjahren ein nachlassendes Wachstum. Da hilft auch kein starkes Auftaktquartal mit 23 Prozent Umsatzsprung auf 614 Millionen Euro.
Der März war für CTS Eventim mit einem Kurssturz um fast 28 Prozent der schlechteste Börsenmonat seit dem Jahr 2002. Im Juni folgt mit Verlusten von über 20 Prozent das nächste Debakel. Die Aktie notiert auf einem 3-Jahres-Tief.
Der März war für CTS Eventim mit einem Kurssturz um fast 28 Prozent der schlechteste Börsenmonat seit dem Jahr 2002. Im Juni folgt mit Verlusten von über 20 Prozent das nächste Debakel. Die Aktie notiert auf einem 3-Jahres-Tief.

5 Flop-Werte aus den USA

Auch jenseits des Atlantiks leiden vor allem Software-Titel unter der Sorge, dass Künstliche Intelligenz ihre Produkte obsolet macht. Die Wortneuschöpfung des Frühjahrs lautet "SAASpokalypse" – das Aussterben klassischer Software-as-a-Service-Modelle. Anleger hinterfragen vor allem, welche Anbieter ihre Preise und Margen dauerhaft verteidigen können.

Klicken Sie sich hier durch die fünf Flop-Performer aus dem S&P 500:

Intuit entwickelt Finanzsoftware für Privatkunden und Unternehmen – darunter die Steuerplattform TurboTax sowie die Buchhaltungssoftware QuickBooks. Die hohen Wachstumserwartungen der Analysten konnte das Unternehmen zuletzt nur noch knapp erfüllen.
Intuit entwickelt Finanzsoftware für Privatkunden und Unternehmen – darunter die Steuerplattform TurboTax sowie die Buchhaltungssoftware QuickBooks. Die hohen Wachstumserwartungen der Analysten konnte das Unternehmen zuletzt nur noch knapp erfüllen.
Der Software-Titel hat seit Jahresbeginn mehr als 100 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung eingebüßt. Ein Versuch der Bodenbildung läuft.
Der Software-Titel hat seit Jahresbeginn mehr als 100 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung eingebüßt. Ein Versuch der Bodenbildung läuft.
Die CoStar Group betreibt digitale Marktplätze und Datenplattformen für den Immobilienmarkt. Hohe Investitionsausgaben halbieren den Nettogewinn 2025. Die Nettomarge schrumpft auf zwei Prozent. 2026 erwarten die Analysten eine kräftige Erholung.
Die CoStar Group betreibt digitale Marktplätze und Datenplattformen für den Immobilienmarkt. Hohe Investitionsausgaben halbieren den Nettogewinn 2025. Die Nettomarge schrumpft auf zwei Prozent. 2026 erwarten die Analysten eine kräftige Erholung.
Der Kurs bricht seit Jahresbeginn um mehr als 50 Prozent ein und steht auf dem tiefsten Stand seit über acht Jahren.
Der Kurs bricht seit Jahresbeginn um mehr als 50 Prozent ein und steht auf dem tiefsten Stand seit über acht Jahren.
Auch beim Werbeplattformbetreiber The Trade Desk fürchten Investoren eine nachlassende Wachstumsdynamik, weil KI den Online-Werbemarkt verändern könnte. Für 2026 wird nur noch ein einstelliges Umsatzwachstum erwartet.
Auch beim Werbeplattformbetreiber The Trade Desk fürchten Investoren eine nachlassende Wachstumsdynamik, weil KI den Online-Werbemarkt verändern könnte. Für 2026 wird nur noch ein einstelliges Umsatzwachstum erwartet.
Keine Trendwende in Sicht. Die Aktie fällt Anfang Juni unter 20 Dollar und entfernt sich zunehmend von der 50-Tage-Linie.
Keine Trendwende in Sicht. Die Aktie fällt Anfang Juni unter 20 Dollar und entfernt sich zunehmend von der 50-Tage-Linie.
Der Medizintechnik-Konzern verfehlt mit einem EBIT in Höhe von 1,44 Milliarden Dollar die Erwartungen an das operative Ergebnis im Schlussquartal 2025. Nach der obendrein gekappten Jahresprognose für 2026 kehren Anleger Boston Scientific den Rücken.
Der Medizintechnik-Konzern verfehlt mit einem EBIT in Höhe von 1,44 Milliarden Dollar die Erwartungen an das operative Ergebnis im Schlussquartal 2025. Nach der obendrein gekappten Jahresprognose für 2026 kehren Anleger Boston Scientific den Rücken.
Im September 2025 steht die Aktie mit 109,50 Dollar noch auf Rekordhoch. Eine Serie von Verkaufswellen drückt den Kurs im Jahresverlauf um 53 Prozent nach unten.
Im September 2025 steht die Aktie mit 109,50 Dollar noch auf Rekordhoch. Eine Serie von Verkaufswellen drückt den Kurs im Jahresverlauf um 53 Prozent nach unten.
Der Unternehmensberater und IT-Dienstleister verzeichnet schwächere Auftragseingänge und senkt seine Umsatzprognose. Analysten bleiben optimistischer und rechnen bei Accenture im laufenden Geschäftsjahr mit 5,7 Prozent mehr Umsatz.
Der Unternehmensberater und IT-Dienstleister verzeichnet schwächere Auftragseingänge und senkt seine Umsatzprognose. Analysten bleiben optimistischer und rechnen bei Accenture im laufenden Geschäftsjahr mit 5,7 Prozent mehr Umsatz.
Der Abwärtstrend beschleunigt sich mit minus 32 Prozent im Juni dramatisch. Eine Unterstützung ist nicht in Sicht.
Der Abwärtstrend beschleunigt sich mit minus 32 Prozent im Juni dramatisch. Eine Unterstützung ist nicht in Sicht.

Irgendwann wird die Luft oben dünn – es folgt eine Bruchlandung. Börsenschwergewichte wie Rheinmetall, Nemetschek oder Intuit bekamen das im ersten Halbjahr schmerzlich zu spüren. Noch ist Vorsicht angesagt: Ins fallende Messer sollte niemand greifen. Doch heftige Korrekturen schaffen oft die Basis für die nächste Chance. DER AKTIONÄR beobachtet die gefallenen Stars genau, um zu gegebener Zeit wieder einen Fuß in die Tür zu stellen.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
ATOSS Software - €
CTS Eventim - €
Nemetschek - €
Rheinmetall - €
Kion Group - €
Accenture - €
Boston Scientific - €
CoStar Group - €
Intuit - €
The Trade Desk - €

Aktuelle Ausgabe

Halbzeit an der Börse: So winken bis Jahresende 100 Prozent

Nr. 27/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.

Buchtipp: Vom Schlachtfeld bis zum Serverraum

KI-gesteuerte Waffensysteme erfassen Ziele und bekämpfen sie, bevor ein Mensch sie überhaupt wahrgenommen hat. Autonome Cyber-Agenten verteidigen kritische Infrastrukturen: Der digitale Krieg ist längst Realität. China, Russland und die USA sind führend bei der Entwicklung autonomer Waffensysteme zu Lande, zu Wasser, in der Luft, im Orbit. Wie muss sich Europa angesichts der neuen Entwicklungen aufstellen? Wie können wir eine Verteidigung mit Verantwortung organisieren, die unsere ethischen Werte reflektiert? Der IT-Experte Dr. Eldar Sultanow blickt unter anderem hinter die Kulissen der Bundeswehr und skizziert eine neue Verteidigungskultur, mit der wir unsere Demokratie und unsere Werte schützen und nicht auf dem Schlachtfeld opfern

Vom Schlachtfeld bis zum Serverraum

Autoren: Sultanow, Eldar
Seitenanzahl: 224
Erscheinungstermin: 27.01.2026
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-062-1

Preis: 19,90 €