20.04.2020 Emil Jusifov

SAP vor Quartalszahlen – darauf gilt es jetzt zu achten

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SAP

Als eines der ersten DAX-Unternehmen öffnet SAP am Dienstagmorgen seine Bücher zum ersten Quartal 2020. DER AKTIONÄR zeigt Ihnen alles, was Sie vorher wissen sollten, auf einem Blick:

Bereits zu Beginn des Monats gewährte SAP seinen Anlegern einen Blick in die vorläufigen Q1-Zahlen. Demnach legte der Umsatz im ersten Jahresviertel noch um währungsbereinigt fünf Prozent auf 6,52 Milliarden Euro zu. Der Betriebsgewinn sank währungsbereinigt um ein Prozent auf 1,48 Milliarden Euro.

Laut SAP war die Geschäftstätigkeit in den ersten beiden Monaten des ersten Quartals noch solide gewesen. Zum Ende des ersten Quartals hätten sich die Auswirkungen der Coronakrise jedoch rasch verstärkt.

Prognose für das Gesamtjahr mit Unsicherheiten

Der Softwareriese aus Walldorf hat auch für das Gesamtjahr 2020 eine aktualisierte Prognose veröffentlicht. Beim Umsatz erwartet SAP für das Gesamtjahr mit 27,8 bis 28,5 Milliarden Euro, statt zuvor 29 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis soll zwischen 8,1 bis 8,7 Milliarden Euro (zuvor 8,9 bis 9,3) liegen. Aufgrund der großen Unsicherheit rund um die Coronakrise seien alle Zahlen für 2020 Näherungswerte. Gelingt es in den nächsten Wochen und Monaten das Virus weltweit weiter einzudämmen und die Wirtschaft hochzufahren, könnte die jüngste Prognose der Geschäftsführung jedoch bald hinfällig sein.

Bullishe Analysten

Die Mehrheit der Analysten bleibt unterdessen bullish und empfiehlt die Aktie zum Kauf. Zuletzt hat die Schweizer Großbank UBS die Einstufung für SAP vor endgültigen Quartalszahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 118 Euro belassen. Da die Eckdaten für das erste Quartal bereits bekannt seien, dürfte sich der Anlegerfokus auf die Glaubwürdigkeit der vom Softwarekonzern erwarteten Erholung im zweiten Halbjahr richten, schrieb Analyst Michael Briest in einer am Donnerstag vorliegenden Studie.

Weitere Entwicklung einzelner Geschäftssparten

Spannend bleibt auch, wie sich das Unternehmen gegen die virusbedingte Abschwächung im Lizenzgeschäft rüsten möchte und ob die Nachfrage nach den Cloud-Diensten des ERP-Spezialisten sich im Zuge der Krise verstärkt beziehungsweise seine hohe Wachstumsdynamik beibehalten hatte. Im Q1 2019 betrug das Cloud-Wachstum 48 Prozent.

SAP (WKN: 716460)

Die Q1-Zahlen von SAP werden um sieben Uhr früh veröffentlicht. DER AKTIONÄR bleibt für die Zukunft von SAP weiterhin optimistisch und sieht auf dem aktuellen Niveau eine attraktive Einstiegsmöglichkeit für Langzeitinvestoren. Investierte Anleger bleiben dabei.