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SAP nach dem Crash – und nun?

SAP nach dem Crash – und nun?
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Marion Schlegel Heute, 07:28 Marion Schlegel

Ein herber Rückschlag für SAP: Die Aktie des Softwarekonzerns ist Donnerstag im Tagesverlauf zeitweise mehr als 17 Prozent eingebrochen – der stärkste Intraday-Verlust seit mehr als fünf Jahren. Auslöser war ein Wachstum der aktuellen Cloud-Auftragsbestände von 25 Prozent auf währungsbereinigter Basis. Zwar legte SAP damit erneut kräftig zu, doch der Markt hatte sich mehr erhofft.

Der sogenannte Current Cloud Backlog gilt als zentrale Kennzahl, da er die vertraglich gesicherten Cloud-Umsätze für die kommenden zwölf Monate abbildet. Zudem stellte SAP für die Zukunft eine leichte Abschwächung des Wachstums gegenüber dem starken vierten Quartal in Aussicht. Das reichte aus, um bestehende Zweifel am Geschäftsmodell weiter zu befeuern – insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Konkurrenz durch KI-basierte Softwarelösungen.

SAP (WKN: 716460)

Zusätzlich belastend wirkte, dass ein hoher Anteil an Großprojekten und öffentlichen Aufträgen das Backlog-Wachstum im Quartal um rund einen Prozentpunkt drückte. Der Markt reagierte nervös: Das Handelsvolumen lag zeitweise beim 16-Fachen des Durchschnitts der vergangenen 20 Tage.

Analysten zeigten sich gespalten. Während mehrere Häuser vor weiter sinkenden Erwartungen beim Cloud-Wachstum warnen, sorgte der freie Cashflow-Ausblick von rund zehn Milliarden Euro für 2026 für etwas Stabilität. Positiv hervorgehoben wurden zudem ein angekündigtes Aktienrückkaufprogramm sowie die weiterhin robuste Entwicklung der Cloud-Umsätze, insbesondere im ERP-Bereich. Dennoch bleibt das Umfeld angespannt – und das Vertrauen der Investoren fragil.

Aktuell raten dennoch weiter 27 der 33 von Bloomberg aufgeführten Analysten zum Kauf der Aktie. Allerdings haben einige ihre Kursziele zum Teil deutlich nach unten korrigiert: JPMorgan von 290 auf 260 Euro und Berenberg von 280 auf 250 Euro. Klar pessimistisch zeigt sich weiter die DZ-Bank. Das Votum lautet für die Aktie von SAP weiterhin „Verkaufen“. Das Kursziel wurde sogar noch einmal deutlich reduziert von 210 auf 150 Euro.

Zwar hat sich die Aktie von SAP im späten Handel etwas stabilisieren können, charttechnisch ist das Papier aber nun massiv angeschlagen. Nun könnte auch das Anfang 2024 bei 150 Euro aufgerissene Gap wieder geschlossen werden. Anleger greifen derzeit nichts ins fallende Messer.

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