Ryanair hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 dank höherer Ticketpreise und steigender Passagierzahlen deutlich mehr umgesetzt und verdient. Wie Europas größter Billigflieger mitteilte, kletterte der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 15,54 Milliarden Euro. Die Erlöse aus dem Ticketverkauf legten um 14 Prozent auf 10,56 Milliarden Euro zu.
Hintergrund waren einerseits vier Prozent mehr Passagiere und andererseits deutlich höhere Ticketpreise. Diese lagen im Durchschnitt rund zehn Prozent über dem Vorjahresniveau, nachdem die Preise im Geschäftsjahr 2024/25 noch um sieben Prozent gefallen waren.
Auch die Zusatzerlöse etwa für Gepäck, Sitzplatzreservierungen oder Priority Boarding stiegen weiter an. Die sogenannten Ancillary Revenues erhöhten sich um sechs Prozent auf 4,99 Milliarden Euro. Pro Passagier erzielte Ryanair damit durchschnittlich rund 24 Euro an Zusatzeinnahmen.
Die Zahl der beförderten Passagiere stieg von 200,2 Millionen auf 208,4 Millionen Fluggäste. Die Auslastung der Maschinen blieb mit 94 Prozent auf einem sehr hohen Niveau stabil.
Trotz steigender Kosten verbesserte sich die Profitabilität deutlich. Die operativen Kosten ohne Sondereffekte erhöhten sich zwar um sechs Prozent auf 13,09 Milliarden Euro, pro Passagier stiegen die Kosten allerdings lediglich um ein Prozent. Unter dem Strich sprang der Gewinn nach Steuern vor Sondereffekten um 40 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro nach oben.
Belastet wurde das Ergebnis allerdings von einer Sonderrückstellung in Höhe von 85 Millionen Euro. Hintergrund ist eine Geldstrafe der italienischen Wettbewerbsbehörde AGCM aus dem Dezember 2025. Ryanair hält die Vorwürfe für unbegründet und rechnet laut eigener Aussage damit, die Strafe vor Gericht erfolgreich anfechten zu können.
Zudem fiel der sonstige Ertrag geringer aus als im Vorjahr. Grund dafür waren deutlich niedrigere Entschädigungszahlungen von Boeing wegen verspäteter Flugzeuglieferungen. Inzwischen wurden allerdings alle 210 bestellten Boeing-8200-„Gamechanger“-Jets ausgeliefert.
Ryanair bleibt auf Wachstumskurs. Die Aktie des Billigfliegers ist daher nach wie vor attraktiv. Der Stoppkurs kann unverändert bei 22,00 Euro belassen werden.
18.05.2026, 07:58