Der Boom bei den Prognosemärkten erreicht die nächste Stufe. Der Online-Broker Robinhood führt Gespräche mit der Kryptobörse Crypto.com. Ziel ist es, die Ja-Nein-Kontrakte der Krypto-Plattform direkt in die Robinhood-App zu integrieren. Damit verschärft Robinhood den Konkurrenzkampf mit seinem bisherigen Partner Kalshi.
• Robinhood verhandelt mit Crypto.com, um deren Prognosemärkte direkt in die eigene App zu integrieren.
• Der Handel mit Ereignis-Kontrakten wächst rasant.
• Durch die Zusammenarbeit mit mehreren Anbietern und eigenen Plattformen will Robinhood Abhängigkeiten reduzieren.
Eine Einigung ist noch nicht garantiert. Doch die Richtung stimmt. Die Kooperation würde es Robinhood-Kunden ermöglichen, Wetten auf Weltereignisse abzuschließen, ohne die App zu verlassen. Bislang nutzt der Broker dafür Partner wie Kalshi, Interactive Brokers und die eigene Beteiligung Rothera.
Der Grund: Robinhood setzt auf eine Hybrid-Strategie. Eigene Angebote sichern die Marge, während externe Partner das Portfolio schnell erweitern und Klumpenrisiken minimieren.
Milliarden-Volumen mit Sportwetten
Das Geschäft mit den sogenannten Ereignis-Kontrakten wächst rasant. Robinhood verzeichnete in diesem Jahr bereits über 16 Milliarden gehandelte Kontrakte auf seiner Plattform. Im gesamten Vorjahr waren es noch 12 Milliarden.
Besonders Sportwetten treiben den Markt. Während der Fußball-Weltmeisterschaft erzeugten Verträge bei Kalshi rund 27 Milliarden Dollar Handelsvolumen. Zum Vergleich: Beim Super Bowl lag das Volumen bei rund einer Milliarde Dollar. Bei Anbietern wie Kalshi und Polymarket machten Sportwetten während des Turniers rund 80 Prozent des gesamten Handelsvolumens aus.
Seit dem Start von Rothera verliert Kalshi jedoch Marktanteile bei Robinhood-Kunden.
Auch Crypto.com drückt aufs Tempo. Die US-Plattform des Krypto-Anbieters verzeichnete im Vorfeld ihres offiziellen Starts im Februar ein starkes Wachstum. Die wöchentliche Aktivität im Prognosemarkt-Segment wuchs innerhalb von sechs Monaten um das Vierzigfache. Crypto.com nutzt seine regulierte Infrastruktur zunehmend als Dienstleister für andere Marken, darunter das Medienunternehmen von Donald Trump und die Sportplattform Fanatics.
Für die Broker geht es bei diesen Deals um viel Geld. Analysten der US-Bank Bernstein betonen, dass etablierte Plattformen versuchen, die Handels- und Abwicklungsinfrastruktur selbst zu kontrollieren. Auf diese Weise verbleiben die Transaktionsgebühren im eigenen Haus, statt an externe Marktplätze abzufließen.
Für Robinhood ist die mögliche Kooperation mit Crypto.com ein logischer Schritt, um das Angebot zu verbreitern und die Abhängigkeit von einzelnen Partnern zu verringern. Im harten Kampf um Marktanteile und Gebühren sichert sich der Broker damit eine strategisch wichtige Position. DER AKTIONÄR setzt im Echtgeld-Depot auch weiterhin auf die Aktie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Robinhood.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Robinhood befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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