Die Aktie des US-Online-Brokers Robinhood hat ihre dynamische Aufwärtsbewegung zuletzt beschleunigt und ist am Donnerstag auf ein neues Jahreshoch geklettert. Für Anleger im AKTIONÄR-Depot ist die Entwicklung ein voller Erfolg: Die dortige Robinhood-Position liegt mittlerweile mit 418 Prozent im Plus. Und das Ende der Fahnenstange dürfte damit noch nicht erreicht sein.
Auslöser für den jüngsten Kurssprung um 16,6 Prozent waren vor allem optimistische Analysteneinschätzungen und positive Signale zur operativen Geschäftsentwicklung – insbesondere bezüglich der konzerneigenen Blockchain-Lösung (DER AKTIONÄR berichtete). Auch die Belebung am Kryptomarkt spielt dem Unternehmen in die Karten. Nicht zuletzt dank der Übernahme von Bitstamp machten die Krypto-Transaktionserlöse im zweiten Quartal rund 26 Prozent des gesamten Quartalsumsatzes aus.
Struktureller Wandel zum All-in-One-Finanzportal
Der Markt neigt dazu, Robinhood weiterhin als rein zyklischen Broker für spekulative Privatanleger zu bewerten. Experteneinschätzungen betonen jedoch, dass diese Sichtweise der Transformation des Konzerns nicht mehr gerecht wird. Robinhood generiert seine Erträge mittlerweile über fünf Säulen: Transaktionsgebühren, Zinseinnahmen, Abonnements, Börsen- und Clearing-Erträge sowie internationale Krypto-Infrastruktur. Vier dieser fünf Bereiche gelten als strukturell deutlich weniger zyklisch als das reine Handelsgeschäft.
Dass diese Strategie aufgeht, belegen die Zahlen für das zweite Quartal: Der Umsatz kletterte um 32 Prozent auf den Rekordwert von 1,31 Milliarden Dollar. Mittlerweile erzielen 13 verschiedene Geschäftsbereiche einen wiederkehrenden Jahresumsatz (ARR) von jeweils mehr als 100 Millionen Dollar. Das Geschäft mit Ereigniskontrakten, den sogenannten „Prediction Markets“, sticht dabei als besonders wachstumsstarkes Segment heraus.
Die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer hat bereits für hohe Volumina gesorgt, nun gilt der Start der NFL- und College-Football-Saison in den USA als starker Katalysator für das zweite Halbjahr. Projektionen stellen für den Zeitraum von September bis Dezember ein Handelsvolumen von knapp 30 Milliarden Kontrakten in Aussicht, was Robinhood Erlöse von rund 320 Millionen Dollar einbringen könnte. Das kommt am Markt hervorragend an.
Nachdem die strategischen Weichenstellungen und die breitere Erlösbasis die Aktie auf ein neues Niveau gehoben haben, lohnt sich der Blick auf die starke technische Verfassung des Titels.
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