Nachdem die Aktie von Rheinmetall bereits am Freitag mit einem Minus von mehr als neun Prozent größter Verlierer im DAX war, fiel auch der Start in die neue Woche alles andere als gut aus. Das Papier gab am Ende erneut fast drei Prozent nach auf 1.185,60 Euro und gehört damit zu den fünf schlechtesten Werten des Tages im deutschen Leitindex.
Belastet hatten hier Spekulationen darüber, dass sich der Ukraine-Krieg seinem Ende nähern könnte sowie eine Abstufung durch JPMorgan von „Overweight“ auf „Neutral“. Das Kursziel wurde von 2.130 auf nur noch 1.500 Euro gesenkt. Nach dem jüngsten Kurseinbruch äußerten sich nun aber wieder einige Analysten deutlich positiver.
Barclays hat das Kursziel zwar ebenfalls gesenkt – von 2.125 auf 2.035 Euro –, das Votum „Overweight“ wurde aber bestätigt. MP Capital Markets hat Rheinmetall auf „Kaufen“ nach zuvor „Halten“ hochgestuft. Das Kursziel liegt bei 1.550 Euro.
Klar optimistischer wird auch das Analysehaus MWB Research. Dieses hat Rheinmetall von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Das Kursziel liegt bei 1.450 Euro. Den rund 40-prozentigen Kursrutsch seit dem Rekordhoch im Jahr 2025 führt Analyst Jens-Peter Rieck vor allem auf Aussagen des Konzernchefs zur künftigen Bedeutung bodengebundener Verteidigungssysteme sowie auf den Trend hin zu günstigeren Drohnenlösungen zurück. Für den Analysten kommen diese Faktoren allerdings keineswegs überraschend. In seiner am Montag veröffentlichten Neubewertung betonte Rieck, dass beide Aspekte bereits in seinem Bewertungsmodell berücksichtigt seien. Zudem seien konjunkturelle Risiken inzwischen deutlich stärker eingepreist. Positiv wertet er darüber hinaus, dass der CEO erst in der vergangenen Woche Aktien des Unternehmens im Wert von mehr als einer Million Euro erworben hat.
Charttechnisch ist die Aktie von Rheinmetall nun deutlich angeschlagen. Positiv wäre, wenn zunächst die Marke von 1.200 Euro sowie anschließend die Marke von 1.310 Euro schnell zurückerobert werden könnten. Anleger bleiben investiert, sichern ihre Gewinne aber mit einem Stopp bei 1.100 Euro nach unten ab. Volle Auftragsbücher und die hohe Auslastung stimmen langfristig dennoch weiter optimistisch. Hier ist aber vorerst Geduld gefragt.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Rheinmetall befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 07:28