Die Comebacks nach Corona
15.11.2020 Michael Schröder

Real-Depot-Wert va-Q-tec: Millionen-Impfstoff-Vereinbarung mit BioNtech, Pfizer und Co? Alle Hintergründe und Ziele!

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va-Q-tec

Der Höhenflug der va-Q-tec-Aktie geht weiter. Nachdem eine Eckpunktevereinbarung mit einem Impfstoffhersteller unterzeichnet wurde, markierte die Aktie des Spezialisten für TempChain-Logistik am Freitag ein neues Allzeithoch. Im Real-Depot vom AKTIONÄR kratzt die Aktie bereits an der 300-Prozent-Marke. Geht da noch mehr?

Sie interessieren sich für die Welt der heimischen Nebenwerte? Mit den kostenlosen Real-Depot News können Sie sich unverbindlich ein Bild von den vielseitigen Anlagemöglichkeiten im Small-Cap-Bereich machen. AKTIONÄR-Redakteur Michael Schröder schreibt Ihnen seine Einschätzung zu interessanten Investmentideen und aussichtsreichen Nebenwerten.

„Stand heute wird es wahrscheinlich so schnell wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte einen Impfstoff gegen ein neues Virus geben können“, so Jens Spahn in der vergangenen Woche. Der Bundesgesundheitsminister zeigt sich entsprechend optimistisch – nicht nur im Bezug auf den Impfstoff des deutschen Unternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer.

Denn auch die Forschungen der Universität Oxford zusammen mit Astra-Zeneca und der beiden Pharmakonzerne Glaxo-Smithkline und Sanofi sowie potenzielle Impfstoffe der US-Unternehmen Novavax, Moderna und Johnson & Johnson oder der Tübinger Curevac geben Grund zur Hoffnung.

Logistische Herausforderung

Das Rennen um wirksame Impfstoffe läuft. Am Ende wird es eine enorme logistische Herausforderung für DHL, Kühne & Nagel und Co, diese dann zu verteilen. Die Planungen für die Distibution laufen daher ebenfalls auf Hochtouren. Zumal einige der potenziellen Impfstoffe bei besonders niedrigen Gradzahlen im mittleren zweistelligen Bereich transportiert und gelagert werden müssen.

Coole Kisten

va-Q-tec hat die hohe Bedeutung der TempChain-Logistik, also sicherer Transportlösungen für temperaturempfindliche Produkte, schon vor Jahren erkannt. Die Würzburger stellen unter anderem innovative Containern und Boxen her. Je nach Typ können diese Temperaturen von bis zu minus 60 Grad Celsius bis zu 120 Stunden lang konstant gehalten werden – ohne Zufuhr von externer Energie.

Nachdem va-Q-tec seine Kompetenz beim internationalen Transport von Covid-19-Testkits bereits unter Beweis gestellt hat, dürften die Container und Boxen bald auch für den temperatursensiblen Versand der Impfstoffe eingesetzt werden.

Eckpunktevereinbarung unterzeichnet

Passend dazu hat die Gesellschaft am Freitag den Abschluss einer umfangreichen Eckpunktevereinbarung mit einem namentlich nicht genannten globalen Top-Pharmahersteller zur Bereitstellung von Thermocontainern für die internationale Distribution eines Corona-Impfstoffes abgeschlossen. Das mögliche Auftragsvolumen erstreckt sich über mehrere tausend der Hochleistungs-Thermocontainer und liegt damit umsatzseitig im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

Mehrere Eisen im Feuer

In diesem Zusammenhang ebefalls interessant: va-Q-tec befindet sich mit weiteren internationalen Impfstoffherstellern in fortgeschrittenen Verhandlungen. „Wir sind derzeit in einem guten Dutzend Projekten mit Impfstoffherstellern eng involviert – einzelne Namen können beziehungsweise dürfen wir leider nicht nennen,“ so Vorstand Dr. Joachim Kuhn gegenüber dem AKTIONÄR. Dabei verfügt die Gesellschaft dem Vernehmen nach über genug Produktionskapazitäten, um auch eine plötzlich steigende Nachfrage rasch bedienen zu können.

Dynamisches Wachstum

Sicher, noch ist in Sachen Impfstoffe und deren Versand nichts in trockenen Tüchern. Doch das Potenzial ist enorm. Die Bewertung der Aktie ist nach der jüngsten Kursrallye nicht ohne. va-Q-tec hat aber gute Chancen, sich ein ordentliches Stück von diesem Kuchen abzuschneiden. Direkte Konkurrenten gibt es nur wenige. Bisher scheint bei va-Q-tec im laufenden Jahr ein Umsatz von bis zu 75 Millionen Euro (Vorjahr: 65 Millionen Euro) und eine schwarze Null beim Gewinn möglich. 2022 erwarten Analysten bei Umsätzen von 103 Millionen Euro schon einen Gewinn je Aktie von 0,74 Euro. Kann das Unternehmen mit seinen Produkten an möglichen Covid-19- Impfstofftransporten partizipieren, dürfte die 100-Millionen-Euro-Marke vermutlich schneller erreicht werden als gedacht.

va-Q-tec (WKN: 663668)

AKTIONÄR-Leser und Real-Depot-Abonnenten können diese Entwicklung entspannt beobachten. Seit der Empfehlung als „Hot-Stock der Woche“ in Ausgabe 15/20 Ende März zu 8,70 Euro steht ein Plus von rund 375 Prozent zu Buche. Mitte April wurde zudem im Real-Depot eine Position zu 10,50 Euro aufgebaut, die aktuell an der 300-Prozent-Marke kratzt. Eine gute Ausgangsposition, um die weitere Entwicklung (inklusive möglicher Rücksetzer) abzuwarten und die Gewinne vorerst laufen zu lassen.

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Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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