08.05.2020 Marion Schlegel

Qiagen: Übernahme – geht da noch mehr?

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Qiagen

Spekulationen zu Qiagen haben die Aktie des Biotech-Unternehmens am Freitag über 39 Euro und damit auf den höchsten Stand seit 2001 getrieben. Zuletzt gewannen die im MDAX notierten Papiere 0,9 Prozent auf 39,24 Euro. Am Markt sind Gerüchte aufgekommen, dass das US-Technologieunternehmen Thermo Fisher Scientific sein Übernahmeangebot anheben könnte. Die Amerikaner hatten Anfang März angekündigt, Qiagen für rund zehn Milliarden Euro übernehmen zu wollen und bieten bislang 39 Euro je Aktie.

Händler verwiesen nun auf einen Bericht des auf Übernahmen spezialisierten Internetportals CTFN. Demnach könnte es laut einer dort zitierten mit der Angelegenheit vertrauten Person noch vor dem Qiagen-Aktionärstreffen im Sommer Gespräche über ein höheres Gebot geben. Auslöser dafür sei der Quartalsbericht von Qiagen und die Aussichten für die Corona-Testkits zum Nachweis von Sars-Cov 2. Ein Qiagen-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.

Qiagen (WKN: A2DKCH)

Qiagen profitiert in der aktuellen Corona-Pandemie von einer erhöhten Nachfrage nach seinen Testkits und entsprechenden Diagnostik-Plattformen. Der Umsatz legte zum Jahresstart um sieben Prozent auf rund 372 Millionen Dollar zu. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Plus neun Prozent.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) stieg den endgültigen Zahlen zufolge noch deutlicher an, es legte um mehr als ein Viertel von 0,27 Dollar im Vorjahr auf 0,34 Dollar zu. Damit konnte Qiagen seine ursprünglichen Prognosen für das Quartal wie schon erwartet übertreffen – das Unternehmen hatte bereits Anfang April ein stärkeres Umsatz- und Ergebniswachstum in Aussicht gestellt. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um 35 Prozent auf knapp 40 Millionen Dollar.

Derzeit notiert die Aktie von Qiagen leicht über dem offiziellen Angebot von 39 Euro je Aktie. DER AKTIONÄR hatte bereits darauf hingewiesen, dass durchaus eine Nachbesserung des Angebots möglich sei. Allerdings dürften wohl nicht mehr als 42 Euro drin sein.

(Mit Material von dpa-AFX)