14.04.2020 Marion Schlegel

Qiagen: Über den Erwartungen dank Corona-Tests – Hürden bei der Übernahme

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Qiagen

Das Diagnostikunternehmen Qiagen hat dank Tests für den Einsatz in der Corona-Pandemie im ersten Quartal besser abgeschnitten als prognostiziert. So stieg der Umsatz wechselkursbereinigt um etwa neun Prozent, wie Qiagen Ende vergangener Woche anhand vorläufiger Zahlen in Hilden mitteilte. Anfang Februar hatte das Unternehmen ein Wachstum von zwei bis drei Prozent in Aussicht gestellt. Die Umsätze spiegelten "die sehr hohe Nachfrage" nach Tests für den Einsatz in der Covid-19-Pandemie wider ebenso wie die schwächere Kundennachfrage in anderen Produktbereichen, hieß es.

Der bereinigte Gewinn je Aktie dürfte bei konstanten Wechselkursen etwa 0,34 bis 0,35 US-Dollar betragen, im Vergleich zu der Prognose von etwa 0,28 bis 0,29 Dollar. Qiagen will die ausführlichen Zahlen voraussichtlich Anfang Mai vorlegen.

Qiagen (WKN: A2DKCH)

Qiagen fährt seit einigen Wochen die Produktion für seine Testkits für das neuartige Virus erheblich nach oben und baut dafür seine Kapazitäten aus. Anfang März hatte der US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific angekündigt, Qiagen für rund zehn Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Geboten werden 39 Euro je Aktie. Qiagen-Vorstand und Aufsichtsrat haben bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Thermo Fisher hat bereits angekündigt, dass ein Erfolg des Deals an eine Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent geknüpft ist. Damit liegt der Ball im Spielfeld der Aktionäre, zu denen diverse Investmentgesellschaften gehören – größter Anteilseigner ist laut dem Unternehmen der Vermögensverwalter Blackrock. Auch müssen noch die Regulierer zustimmen. Sollte alles glatt laufen, ist der Abschluss für das erste Halbjahr 2021 geplant.

Die Aktie von Qiagen ist im Zuge der Corona-Krise auch leicht unter Druck geraten. Zuletzt konnte sich das Papier aber wieder erholen. Derzeit notiert die Aktie bei 36,69 Euro. Das Übernahmeangebot von Thermo Fisher liegt bei 39 Euro. Das Potenzial nach oben ist begrenzt. Selbst wenn es zu einer Nachbesserung des Angebots kommen sollte – dürften nicht mehr als 42 Euro drin sein.

(Mit Material von dpa-AFX)