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23.04.2014 Florian Söllner

Platzt die Tech-Blase? Guru shortet Momentum-Aktien

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David Einhorn warnt vor einem Crash. Sein Wort hat Gewicht. Der Hedgefonds-Manager wurde zur Legende als er schon vor der Finanzkrise Lehman Brothers leerverkaufte. In den letzten Jahrzehnten hat sein Fonds eine durchschnittliche Jahresperformance von 20 Prozent erzielt. Jetzt setzt Einhorn auf einen Einbruch von Technologie- und Momentum-Aktien: „Wir erleben gerade die zweite Tech-Blase in 15 Jahren“, so Einhorn. Er würde derzeit mehrere „hoch-fliegende Momentum-Aktien“ shorten.

90-Prozent-Absturz?

Würden die Märkte zu herkömmlichen Bewertungsmassstäben zurückkehren, würden einige Aktien um „mindestens 90 Prozent“ fallen, so der Hedgefondsmanager. Kollege Gradante über Einhorn: "Wie ein Tier im Urwald rechtzeitig eine Gefahr spürt, weiß er wenn für eine Aktie die Stunde geschlagen hat".

Der Autor des Buches „Fooling Some of the People All of the Time“ prangert unter anderem die Praxis an, dass immer mehr Mitarbeiter von Tech- und Internetfirmen mit Aktien bezahlt werden. Das würde zu einer Verwässerung führen.

Doch auch Einhorn liegt manchmal falsch. MarketWatch rät sogar, die Large-Cap-Wetten des Hedgefondsmanagers nicht nachzuahmen. So verzeichneten seine Investments General Motors, Cigna und Apple in diesem Jahr eine negative Performance. Einhorn hatte sich 2010 an Apple beteiligt, seine Position jedoch zur Unzeit Ende 2012 ausgebaut. Die größte Position in seinem Fonds hatte zwischenzeitlich rund 40 Prozent verloren. Auch sein Investment in Barrick Gold ging nicht auf.

Falle KGV?

Beide Papiere haben eine Gemeinsamkeit: Eine auf KGV Basis sehr niedrige Bewertung. Der Zahlenliebhaber Einhorn dürfte davon begeistert sein. Nicht einkalkuliert hatte Einhorn jedoch offensichtlich eine Korrektur des Goldpreises (und eine damit einhergehende Senkungen der Gewinnprognosen) sowie „weiche“ Faktoren wie die schwindende Coolness von Apple-Produkten bei Jugendlichen und eine auch deswegen enttäuschende Gewinnentwicklung.

Der extrem akribisch Bilanzen studierende Einhorn dürfte umgekehrt von hohen KGVs von Aktien wie Netflix oder Twitter abgeschreckt sein. Welche Aktien Einhorn gerade shortet ist derzeit jedoch noch ein Geheimnis. Und das dürfte auch so bleiben: Jüngst hatte ein Blogger ein Investment bei Seeking Alpha öffentlicht gemacht – und wurde daraufhin von Einhorn entlarvt.

Auch ein anderer Manager hatte jüngst vor einem Tech-Crash gewarnt. Siehe auch „Droht Crash bei Twitter, Facebook und Netflix.“

Stopps beachten!

Wenngleich Wachstumsaktien immer teuer sind und zu penibel Zahlen der Vergangenheit und Gegenwart studierende Manager die große Rallye verpasst haben: Komplett ignoriert sollten solche Warnungen nicht werden. Einzelne Papiere wie Twitter sind tatsächlich zu teuer und drohen weiter einzubrechen. Oft lohnt es sich jedoch das Risiko einer kurzfristig hohen Bewertung einzugehen, um auf künftiges, starkes Wachstum zu setzen. Dennoch: Anleger sollten diszipliniert ihre Stoppkurse nachziehen, um ihre Gewinne abzusichern.

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