Paukenschlag bei Pfizer: Der Pharmariese soll einen Teil der zusätzlichen Einnahmen aus höheren Arzneimittelpreisen im Ausland an das US-Gesundheitsministerium (HHS) abführen. Das geht aus einem bislang weitgehend geschwärzten Vertrag mit der Trump-Regierung hervor. Trotz der schlechten Nachricht zeigt sich die Aktie resilient.
- Vereinbarung gilt vom 1. Januar 2026 bis zum 20. Januar 2029.
- Der Anteil, betroffene Medikamente und weitere Bedingungen bleiben geheim.
- Die Einnahmen sollen US-Patienten und Steuerzahlern zugutekommen.
Die Regelung ist Teil von Pfizers Preisvereinbarung nach dem Meistbegünstigungsprinzip („most favored nation“). Sie betrifft bereits zugelassene Medikamente. Pfizer verpflichtet sich demnach, einen Teil der zusätzlichen Nettoerlöse aus höheren Auslandspreisen an das HHS weiterzugeben. Wie hoch dieser Anteil ausfällt, ist in den veröffentlichten Dokumenten geschwärzt. Auch die betroffenen Präparate werden nicht genannt.
Weitere Vereinbarungen unter Verschluss
Veröffentlicht wurden die Unterlagen von der Verbraucherschutzorganisation Public Citizen. Sie hatte die Dokumente nach einer Klage auf Grundlage des US-Informationsfreiheitsgesetzes erhalten. Parallel kamen Unterlagen zu einer Vereinbarung mit Eli Lilly ans Licht. Mehr als zwei Dutzend weitere Verträge mit Pharmaherstellern bleiben hingegen unter Verschluss.
Druck auf Pharmabranche steigt
Laut Vertrag sollen die HHS-Einnahmen zur Entlastung amerikanischer Patienten und Steuerzahler eingesetzt werden. Wie die Mittel verteilt werden, bleibt offen. Das Weiße Haus erklärte, die Konstruktion solle verhindern, dass ausschließlich die Pharmakonzerne von höheren Preisen im Ausland profitieren.
Pfizer stellt die Vereinbarung als Beitrag zu niedrigeren Patientenpreisen und einer gerechteren Verteilung globaler Forschungs- und Entwicklungskosten dar. Für den Konzern schafft der Vertrag zumindest mehr Klarheit über die politischen Rahmenbedingungen in den USA. Gleichzeitig drohen höhere Preise in anderen Märkten den Zugang zu Medikamenten zu erschweren.
Dass sich die Pfizer-Aktie am Montagmorgen dennoch robust zeigt, lässt sich vor allem politisch erklären. Dank des Deals steht der Konzern bei der Trump-Regierung gut da: Pfizer war im September 2025 der erste Pharmakonzern, der dem Preisabkommen beitrat. Im Gegenzug erhielt das Unternehmen eine dreijährige Schonfrist bei möglichen Pharmazöllen sowie die Zusage, 70 Milliarden Dollar in den USA zu investieren. Zudem bleibt der finanzielle Umfang der Umsatzbeteiligung offen. Der exakte Prozentsatz und die betroffenen Präparate sind geschwärzt. Ohnehin dürfte die mittel- bis langfristige operative Entwicklung des Konzerns nicht nur von diesem Deal mit der Trump-Regierung abhängen.
Auch der Deal ändert nichts an der Einschätzung des AKTIONÄR: Die Pfizer-Aktie ist aktuell kein Kauf. Stattdessen favorisiert die Redaktion den Rivalen Merck & Co, dessen M&A-Strategie auch deutlich durchdachter wirkt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Pfizer.
Heute, 09:23
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