Die Aktie von OMV präsentiert sich weiterhin in einer sehr starken Verfassung und steht kurz vor einem weiteren Kaufsignal. Dem Kurs hilft natürlich der nun erneut gestiegene Ölpreis. Denn die Spannungen zwischen den jemenitischen Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien spitzen sich weiter zu. So wurden erneut wichtige saudische Energieanlagen getroffen.
Und auch unabhängig von den Auseinandersetzungen im Nahen Osten dürften die Energiepreise nach Einschätzung von IWF-Chefin Kristalina Georgiewa noch länger hoch bleiben – selbst falls der Konflikt zeitnah endet. „Der Preisdruck könnte sich weiter verstärken, da die Nachfrage mit dem Beginn der kalten Jahreszeit auf der Nordhalbkugel steigt und die Länder ihre Reserven wieder auffüllen“, warnte Georgiewa laut Redemanuskript bei einem Auftritt in Singapur. Sie sprach dort im Vorfeld der Jahrestagung von IWF und Weltbank, die kommende Woche in Bangkok beginnt.
Neben den Energiekosten trägt auch der Aufschwung bei Künstlicher Intelligenz zur Teuerung bei, erklärte der IWF. Zölle, steigende Verteidigungsausgaben und hohe Staatsschulden könnten den Inflationsdruck weiter erhöhen. „Jetzt könnte in vielen Ländern ein umsichtig restriktiverer Ansatz in der Geldpolitik angebracht sein“, sagte Georgiewa. Sie verwies darauf, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan ihre Leitzinsen bereits angehoben hätten.
Kritik übte Georgiewa zugleich an der Finanzpolitik einiger Industriestaaten. Wenn die Leitzinsen steigen, verteuern sich auch kurzfristige Kredite und damit die Finanzierung von Staatsschulden. Angesichts der weltweit wachsenden Verschuldung fehle es dennoch an überzeugenden Gegenmaßnahmen: „in den hoch verschuldeten Industrieländern keine entschlossenen Maßnahmen, obwohl dringend glaubwürdige mittelfristige Haushaltskonsolidierungspläne benötigt werden“.
DER AKTIONÄR bleibt für die Anteilscheine von OMV positiv gestimmt. Denn für den Energie- und Chemiekonzern läuft es weiterhin blendend. Das Unternehmen verfügt über eine solide Bilanz, eine gute Kostenstruktur und eine breite Aufstellung. Die charttechnisch spannende Dividendenperle bleibt daher ein Kauf (Stoppkurs: 53,00 Euro).
Heute, 09:50
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