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Dividendenperle OMV auf Allzeithoch – aber immer noch günstig

Dividendenperle OMV auf Allzeithoch – aber immer noch günstig
Foto: Leonhard Foeger/Reuters
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Thorsten Küfner Heute, 15:08 Thorsten Küfner
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Die Aktie von OMV hat heute ein weiteres Allzeithoch markiert. Doch noch immer sind die Anteilscheine des Energie- und Chemiekonzerns relativ günstig bewertet. So beläuft sich das KGV für das laufende Jahr auf lediglich 8. Darüber hinaus lockt immer noch eine stattliche Dividendenrendite von mehr als sechs Prozent.

OMV verdient derzeit an mehreren Stellen gleichzeitig. Das ist der wichtigste Grund, warum der österreichische Energie- und Chemiekonzern so stark auftritt: Während das klassische Energiegeschäft von höheren Rohstoffpreisen profitiert, liefern Raffinerien und Tankstellengeschäft kräftige Beiträge. Zugleich erholt sich die Chemiesparte – und wird durch die neue globale Polyolefin-Plattform strategisch neu aufgestellt.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Entwicklung im zweiten Quartal 2026. Das bereinigte CCS-Operative Ergebnis vor Sondereffekten erreichte 1,706 Milliarden Euro. Der operative Cashflow lag bei 1,315 Milliarden Euro, während der Verschuldungsgrad mit 19 Prozent niedrig blieb. OMV hat damit nicht nur hohe Gewinne erzielt, sondern zugleich finanziellen Spielraum für Investitionen und die laufende Transformation bewahrt. 

Im Segment Energy stieg das bereinigte operative Ergebnis auf 885 Millionen Euro, nach 588 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Dahinter stehen vor allem höhere Beiträge aus Exploration und Produktion. Steigende realisierte Ölpreise verbessern die Wirtschaftlichkeit der Förderung unmittelbar. Auch Gas Marketing & Power entwickelte sich besser: Der Ergebnisbeitrag drehte von minus fünf auf sechs Millionen Euro. Das zeigt, dass OMV nicht nur von der Förderung abhängt, sondern auch von Vermarktung, Handel und der Optimierung ihrer Gaspositionen profitiert. 

Sinnvolle Umstrukturierungen im Chemie-Geschäft

Noch stärker ist der Beitrag des Geschäfts mit Kraftstoffen. Das CCS-Operative Ergebnis vor Sondereffekten sprang von 242 auf 446 Millionen Euro. Die europäische Raffinerie-Referenzmarge mehr als verdoppelte sich auf 20,3 US-Dollar je Barrel. Ausschlaggebend waren vor allem hohe Margen bei Mitteldestillaten wie Diesel, weil die Versorgung mit Raffinerieprodukten angespannt war. Gleichzeitig stieg die Auslastung der europäischen OMV-Raffinerien von 83 auf 90 Prozent. Nach Wartungsstillständen im Vorjahresquartal konnten die Anlagen damit deutlich produktiver laufen. Das Tankstellengeschäft stabilisiert zusätzlich die Nachfrage: Die Retail-Absatzmengen legten zu, auch wenn die gesamten Kraftstoffverkäufe in Europa leicht zurückgingen. 

Die Chemiesparte steuerte 429 Millionen Euro bei – mehr als doppelt so viel wie im zweiten Quartal 2025. Ein Teil dieses Sprungs ist allerdings ein bilanzieller Effekt: Nach dem Abschluss der Transaktion mit ADNOC werden Verkäufe an die Borealis-Gruppe nicht mehr im selben Umfang innerhalb des Konzerns eliminiert. Hinzu kommen bessere Olefin- und Polyolefinpreise sowie eine verbesserte Marktposition.

Mit Borouge International entsteht zudem ein globaler Polyolefin-Konzern, in den OMV ihre Borealis-Beteiligung eingebracht hat. Die neue Gesellschaft soll auf eine Produktionskapazität von 13,6 Millionen Tonnen kommen und zu den weltweit größten Produzenten gehören. Für OMV bedeutet das eine breitere internationale Aufstellung und einen starken Partner für den Ausbau von Kunststoffen mit höherer Wertschöpfung. 

OMV profitiert derzeit also nicht von einem einzigen Glückstreffer. Der Konzern verbindet Förderung, Gasvermarktung, Raffinerien, Tankstellen und Chemie. Schwächere Margen in einem Bereich können dadurch teilweise von besseren Ergebnissen in einem anderen ausgeglichen werden. Genau diese integrierte Aufstellung macht OMV in einem volatilen Markt robuster als ein reiner Ölproduzent.

OMV (WKN: 874341)

Es bleibt dabei: Für den Energie- und Chemiekonzern OMV läuft es aktuell blendend. Das Unternehmen verfügt über eine solide Bilanz und eine breite Aufstellung. Die Aktie bleibt ein Kauf (Stoppkurs: 53,00 Euro).

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