Die Aktien von Repsol und OMV stehen angesichts der weiter gestiegenen Ölpreise kurz vor dem Ausbruch auf neue Rekordstände. Und nach Einschätzung von Goldman Sachs könnten die Ölpreise auf bis zu 120 Dollar je Barrel klettern, sollten sich die Angriffe auf Schiffe im Nahen Osten weiter häufen.
"Die Ereignisse der letzten Tage deuten darauf hin, dass das Risiko einer Ausweitung und Verschärfung der Schifffahrtsstörungen ein wichtiges ist", erklärte Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, am Montag gegenüber Bloomberg TV. Angesichts der wieder aufgeflammten Feindseligkeiten zogen die Ölpreise zuletzt spürbar an: Am heutigen Dienstag erreichte die Notierung den höchsten Stand seit Mitte Juli und näherte sich der Marke von 100 Dollar je Barrel.
Neue Nahrung erhielt der Konflikt übers Wochenende, als die USA erklärten, drei iranische Öltanker getroffen zu haben – als Antwort darauf, dass die iranischen Revolutionsgarden zuvor zwei amerikanische Kriegsschiffe mit ballistischen Raketen attackiert hatten.
Im Nachgang dieser Angriffe erklärte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf, die Phase "proportionaler Reaktionen" sei nun beendet, und drohte, künftige iranische Vergeltungsschläge würden "schneller, schwerwiegender und schmerzhafter" ausfallen. Zudem kündigte der Iran an, in den kommenden Tagen eine neue "Sperrzone" auszurufen, die "an der Linie der US-Seeblockade beginnt, sich bis zur Straße von Hormus erstreckt und von dieser Seite in den Persischen Golf fortsetzt."
Mohsen Rezaei, der neue Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, warnte am Sonntag: "Jedes Schiff, das dieses Gebiet mit der Absicht betritt, die Straße von Hormus zu passieren, und identifiziert wird, wird auf unsere Sanktionsliste gesetzt." Die Drohungen zeigen Wirkung: Am Dienstagmorgen notierte Brent-Rohöl bei fast 99 Dollar je Barrel, während die amerikanische Referenzsorte WTI rund 94 Dollar kostete. Goldman Sachs erkennt "einen bedeutenden Aufwärtstrend für die Rohölpreise", so Struyven gegenüber Bloomberg – Anleger sollten seiner Einschätzung nach jedoch eher auf steigende Preise bei Erdgas und raffinierten Produkten setzen. Bei Benzin und anderen Kraftstoffen "sind die Angebotsschocks größer als auf dem Rohölmarkt", so der Experte weiter.
Das Marktumfeld bleibt für die stark aufgestellten Energieproduzenten wie Repsol und OMV einfach gut. Die beiden Dividendenperlen sind immer noch günstig bewertet. Zudem kann sich das Chartbild absolut sehen lassen. Die Stoppkurse können vorerst noch bei 53,00 (OMV) beziehungsweise 20,50 Euro (Repsol) belassen werden.
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