++ Neue Hochs, neue Chancen ++

Ölpreise unter Druck: Hoffnung auf Entspannung in der Straße von Hormus

Ölpreise unter Druck: Hoffnung auf Entspannung in der Straße von Hormus
Foto: ChatGPT/Sora
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Jan-Paul Fóri Heute, 07:50 Jan-Paul Fóri
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Die Ölpreise fallen weiterhin. Grund ist die Hoffnung auf eine Entspannung der Lage rund um die Straße von Hormus. Der Iran und der Oman beraten über eine vorübergehende Schifffahrtsroute durch die wichtige Meerenge. Dies würde den Risikoaufschlag schmälern, den die Reeder für die gefährliche Durchfahrt erheben.

  • Iran und Oman beraten über eine vorübergehende Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus
  • Die Ölpreise reagieren mit deutlichen Abschlägen auf die Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten.
  • Allerdings könnten erneute Angriffe die Hoffnung jäh beenden.

Nach Angaben der omanischen Nachrichtenagentur soll ein gemeinsamer Korridor eingerichtet werden, um eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten. Zudem ist ein Projekt zur Räumung möglicher Minen geplant. Langfristig wollen beide Länder offenbar einen dauerhaften Seekorridor und Regeln für dessen Verwaltung vereinbaren.

Auch an anderer Stelle gibt es Signale für eine mögliche Deeskalation im Nahen Osten. Der pakistanische Armeechef beendete einen Besuch im Iran. Iranische Medien sprachen von positiven Ergebnissen. Gleichzeitig sollen die USA die Rückkehr von Diplomaten auf ihre Posten in der Region vorbereiten.

Ölpreise purzeln

Der Ölmarkt reagierte prompt. US-Rohöl fiel im nachbörslichen Handel zeitweise unter die Marke von 81 Dollar je Barrel. Zuvor war der September-Kontrakt an der Nymex bereits um 3,1 Prozent auf 82,36 Dollar gefallen. Brent für Oktober gab im regulären Handel 3,9 Prozent auf 88,58 Dollar nach. 

Problem nur: An der Zapfsäule kommt dieser Effekt nicht an. Nach Angaben des ADAC kostete Superbenzin der Sorte E10 am vergangenen Samstag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,165 je Liter. Damit fehlen nur noch wenige Cent bis zum Allzeithoch von 2,203 Euro aus dem März 2022, obwohl der Rohölpreis nicht annähernd auf dem Rekordhoch bei über 120 Dollar notiert. Daher würde Finanzminister Lars Klingbeil gerne eine Übergewinnsteuer einführen, wie der Deutschlandfunk schreibt.

Zapfsäule_Benzinpreis_E10_Ölpreise_Infografik
Quelle: Gemini, ADAC, Mineralölwirtschaft en2x
In Deutschland machen Steuern mehr als die Hälfte des Benzinpreises an der Zapfsäule aus.

Die verhalten optimistische Entwicklung im Nahen Osten kommt trotz des zuletzt verschärften Drucks der USA auf den Iran. Washington hatte am Montag neue Sanktionen angekündigt. Diese sollen die wirtschaftlichen Einnahmequellen des Landes weiter unter Druck setzen. Auch Staaten, die weiterhin Geschäfte mit Iran machen, müssen mit Strafmaßnahmen rechnen.

Für den Ölmarkt rückt dennoch die Aussicht auf eine Entspannung in den Vordergrund. Sollte weiterhin Öl durch die Straße von Hormus transportiert werden, könnte dies ein Zeichen für eine neue Phase der Deeskalation sein. Doch die Lage bleibt fragil: Sollten iranische Kräfte US-Einrichtungen in der Region angreifen, könnte der Markt schnell wieder umschwenken.

Öl Brent (ISIN: XC0009677409)

Die Lage an der Straße von Hormus bleibt für den Ölpreis damit der entscheidende Faktor. Trotz des jüngsten Rückgangs notiert der Ölpreis noch immer über dem Niveau vor dem Iran-Krieg. Dies unterstützt auch die Aktien zahlreicher Energietitel. Besonders aussichtsreich ist weiterhin der italienische Mineralölkonzern Eni. Das nächste Ziel für die Aktie des italienischen Öl- und Gasproduzenten, der auch bei Biokraftstoffen und Erneuerbaren Energien gut aufgestellt ist, wäre nun das im April markierte Allzeithoch bei 25,50 Euro.

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