Nvidias Grafikkarten gelten als das Maß der Dinge. Nicht nur KI-Rechenzentren, auch Gamer reißen sich um die GPUs von Jensen Huang. Doch ausgerechnet diese Kundengruppe, die den Konzern einst groß gemacht hat, scheint inzwischen nur noch zweite Wahl zu sein. Denn die globale Chipknappheit zwingt den Grafikkartenhersteller offenbar zum Handeln.
Erstmals seit 30 Jahren könnte Nvidia in diesem Jahr keine neue Grafikkarte für Gamer auf den Markt bringen. Dies berichtete kürzlich The Information. Das für gewöhnlich gut informierte Tech-Magazin beruft sich dabei auf zwei Insider, die in „direkter Kenntnis der Angelegenheiten“ seien. Sollte Nvidia in diesem Jahr tatsächlich keine neue GPU für Verbraucher lancieren, wäre dies die erste einjährige Pause seit den frühen 1990er-Jahren.
Völlig aus der Luft gegriffen scheint die Behauptung jedoch nicht: Gegenüber The Information bestätigte ein Nivida-Sprecher auf Anfrage: „Die Nachfrage nach Geforce-RTX-GPUs ist stark, und die Speicherversorgung ist eingeschränkt“. Zudem kooperiere der US-Konzern mit seinen Lieferanten, um dennoch eine größtmögliche Verfügbarkeit zu sichern. Eine Fokussierung auf die Belieferung von Rechenzentrenkunden scheint mit Blick auf die Q3-Zahlen daher sinnvoll und denkbar.
Im dritten Quartal hatte Nvidia im Gaming-Geschäft einen Umsatzrückgang um ein Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar verzeichnet. Mit der Belieferung von Rechenzentren erzielte Nvidia hingegen 51,2 Milliarden Dollar und damit 66 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig erlöst das Geschäft mit Rechenzentren rund zwölf Mal so viel wie die Gaming-Sparte.
| Segement | Rechenzentren | Gaming | Prof. Visualisierung | Mobilität und Robotik | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Q3-Umsatz in Milliarden Dollar | 51,2 | 4,3 | 0,8 | 0,6 | 57 |
| YoY-Wachstum in Prozent | 66 | -1 | 56 | 1 | 62 |
Sollte Nvidia tatsächlich die Gamer-Sparte zu Gunsten der KI-Fokussierung opfern, wäre dies wirtschaftlich nachvollziehbar. Gleichzeitig könnte Nvidia damit Konkurrenten wie AMD und Intel Marktanteile im Gaming-Geschäft überlassen. Die Aktie, die Teil des AKTIONÄR-Depots ist, bleibt ein Kauf. Seit der Erstempfehlung in Ausgabe 24/25 steht ein Plus von 19 Prozent zu Buche.
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Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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