Aktuell sorgen sich viele Marktteilnehmer um eine Energieknappheit. Doch strukturell das größte Defizit droht nicht bei Öl und auch nicht bei Gold oder Silber, sondern bei einem anderen Rohstoff: Kupfer. So rechnet S&P Global damit, dass der weltweite Kupferbedarf von rund 28 Millionen Tonnen im Jahr 2025 auf etwa 42 Millionen Tonnen 2040 steigt.
Das entspräche einem Zuwachs von ungefähr 50 Prozent. Ohne umfangreiche zusätzliche Investitionen in Förderung und Verarbeitung könnte sich bis dahin eine Versorgungslücke von bis zu 10 Millionen Tonnen auftun.
Das Angebot steht unter wachsendem Druck. Nach Einschätzung von S&P Global dürfte die Primärkupferproduktion um 2030 ihren Höchststand erreichen und anschließend sinken. Hinzu kommt die lange Entwicklungszeit neuer Minen: Im Durchschnitt vergehen etwa 17 Jahre von der Entdeckung einer Lagerstätte bis zum Produktionsbeginn. Auch Recycling kann die Lücke voraussichtlich nicht schließen. Bis 2040 könnte es laut S&P Global höchstens ein Viertel bis ein Drittel des Kupferbedarfs decken. Damit wird ein erheblicher Teil des Kupfers, das gegen Ende der 2030er Jahre benötigt wird, aus Lagerstätten kommen müssen, die erst noch entdeckt oder erschlossen werden.
Der Bedarf wächst aus mehreren Bereichen zugleich. Rechenzentren könnten bis 2030 nach S&P-Global-Schätzungen bis zu 14 Prozent des US-Stromverbrauchs beanspruchen; heute sind es etwa fünf Prozent. Elektroautos benötigen zudem fast dreimal so viel Kupfer wie Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Gleichzeitig dürfte die Nachfrage aus klassischen Einsatzfeldern wie Bauwirtschaft, Maschinenbau und Stromerzeugung weiterhin um etwa zwei Prozent pro Jahr zunehmen.
Aktuell ist die Marktlage noch wenig angespannt. Die International Copper Study Group sagte im April für 2026 einen Überschuss an raffiniertem Kupfer von 96.000 Tonnen voraus. Für 2027 prognostizierte sie ein Plus von 377.000 Tonnen. Als Gründe nannte sie ein langsameres Nachfragewachstum und eine höhere Sekundärproduktion. Zugleich reduzierte sie ihre Erwartung für das Wachstum der Minenproduktion im Jahr 2026 auf 1,6 Prozent.
Die Kupfer-Rekordjagd könnte sich noch längere Zeit fortsetzen. Schließlich dürfte die Nachfrage weiterhin stetig anziehen. Davon profitieren natürlich Bergbauriesen wie beispielsweise der Musterdepottitel Rio Tinto oder auch BHP Group.
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