Viel fehlt nicht mehr: Bei 8.325 Britische Pence markierte die Aktie von Rio Tinto Anfang Juni ihren bisher höchsten Stand – aktuell notieren die Anteile des Rohstoff-Giganten bei mehr als 7.500 Pence. Und der Trend zeigte im Chart zuletzt klar nach oben. Dies ist auch durchaus verständlich, denn operativ läuft es bei Rio Tinto rund.
So stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten 2026 um 15 Prozent auf 31,0 Milliarden Dollar. Zudem kletterte das EBITDA um 28 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn legte sogar um satte 47 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar zu. Die Produktionszahlen können sich ebenfalls sehen lassen: Die Fördermengen bei Kupfer, Aluminium und Lithium wurden um drei Prozent erhöht. Auch bei Eisenerz gab es gute Meldungen. In Pilbara wurde im ersten Halbjahr so viel produziert wie seit 2018 nicht mehr. Allerdings ist Rio Tinto trotz der hohen Eisenerzförderung nicht mehr so abhängig davon wie früher. So betonte CEO Simon Trott: „Wir sehen Verschiebungen bei der zugrunde liegenden Nachfrage bei praktisch all unseren Rohstoffen.“
Um seine starke Position beizubehalten beziehungsweise noch weiter zu verbessern, ist das Management von Rio Tinto stetig auf der Suche nach attraktiven Projekten. Stärker im Fokus steht aktuell der Lithiumsektor. Für das laufende Jahr plant das Unternehmen eine Produktion von mindestens 61.000 Tonnen Lithium. Bis 2028 soll die jährliche Kapazität auf bis zu 200.000 Tonnen steigen. Der Rohstoff spielt insbesondere für die Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge und stationäre Energiespeicher eine zentrale Rolle. Den Einstieg in den Lithiummarkt vollzog Rio Tinto erst im vergangenen Jahr durch die Übernahme des US-Unternehmens Arcadium. Mit dem Zukauf sicherte sich der Konzern nicht nur Zugang zu Minen, Verarbeitungsanlagen und Lagerstätten auf vier Kontinenten, sondern gewann auch Kunden wie Tesla hinzu.
Indes spielt Rio Tinto auch die anhaltende Blockade der Straße von Hormus in die Karten – zumindest aktuell. Mittel- bis langfristig könnte es dem Rohstoff-Riesen natürlich schaden, sollte dadurch die gesamte Weltwirtschaft nachhaltig ins Stocken geraten. Doch aktuell verdient die Aluminiumsparte des Unternehmens ganz gut daran, dass zahlreiche wichtige Wettbewerber aus dem Nahen Osten, die normalerweise über die Straße von Hormus exportieren, ausgebremst wurden.
Günstiger als die Konkurrenz
Obwohl Rio Tinto derzeit operativ äußerst gut verdient, das Unternehmen auch für die Zukunft sehr gut aufgestellt ist und über eine sehr solide Bilanz verfügt, ist die Bewertung an der Börse immer noch sehr günstig. Dies gilt vor allem im Vergleich zu Konkurrenten wie etwa BHP Group, Glencore oder Anglo American.
So kommt Rio Tinto aktuell auf ein KGV von 12 und lockt mit einer stattlichen Dividendenrendite von 4,7 Prozent. Bei BHP muss der 16-fache Jahresgewinn (bei Glencore der 13-fache Gewinn) auf den Tisch gelegt werden, zudem beläuft sich die Dividendenrendite hier nur auf 3,5 Prozent (Glencore: 3,3 Prozent). Die immer wieder mit möglichen Übernahmen in Verbindung gebrachte Anglo American kommt auf ein KGV von 34 und weist eine Dividendenrendite von lediglich 1,9 Prozent aus. Und auch gemessen an anderen Kennzahlen wie etwa dem Kurs-Buchwert-Verhältnis oder dem Kurs-Umsatz-Verhältnis ist die Rio-Tinto-Aktie klar günstiger als die Rivalen.
Bei Rio Tinto läuft es absolut rund. Der Bergbau-Riese ist sehr gut aufgestellt und profitiert von verschiedenen langfristigen Trends. Zudem verfügt der Konzern über eine solide Bilanz und eine gute Kostenstruktur. Dies alles ist auf dem im Branchenvergleich immer noch sehr günstigen Bewertungsniveau nicht eingepreist, im Gegenteil. Daher hat die Aktie reichlich Luft nach oben. Der Stopp sollte bei 66,00 Euro belassen werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Rio-Tinto-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Rio Tinto.
Heute, 08:30
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