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Netflix: Minus 9 Prozent nach dieser Bilanz

Netflix: Minus 9 Prozent nach dieser Bilanz
Foto: Dado Ruvic/Illustration/Reuters
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Lukas Meyer Heute, 22:18 Lukas Meyer

Starkes Quartal, schwacher Ausblick: Netflix hat am Donnerstagabend die Bücher geöffnet. Trotz eines Umsatz-Beats im ersten Quartal schicken enttäuschende Prognosen für das laufende zweite Quartal die Aktie auf Talfahrt. Nachbörslich verliert das Papier rund neun Prozent.

Netflix lieferte im ersten Quartal 2026 operativ starke Zahlen: Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 12,25 Milliarden Dollar und lag damit über der Markterwartung von 12,17 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,23 Dollar (Erwartung: 1,17 Dollar) – nach 0,66 Dollar im Vorjahreszeitraum. Besonders in Europa (EMEA) und Lateinamerika wuchs das Geschäft mit 17 beziehungsweise 19 Prozent zweistellig.

Prognose-Dämpfer belastet

Die Aktie gerät dennoch massiv unter Druck und fällt nachbörslich um neun Prozent. Grund ist der schwache Ausblick auf das zweite Quartal. Netflix erwartet einen Gewinn je Aktie von 0,78 Dollar. Der Analysten-Konsens lag mit 0,84 Dollar höher. Auch beim Umsatz (12,57 Mrd. USD vs. 12,64 Mrd. USD Erwartung) und der operativen Marge (32,6 % vs. 34,4 % Erwartung) bleibt das Management hinter den Marktschätzungen zurück.

Einzig beim Cashflow gibt es ein Plus: Die Prognose für den freien Cashflow im Gesamtjahr wurde von 11,0 auf 12,5 Milliarden Dollar angehoben. Dies resultiert primär aus steuerlichen Effekten durch Kündigungsgebühren im Zusammenhang mit dem geplatzten Warner-Bros-Deal. Das Unternehmen bestätigte zudem, dass die Werbeeinnahmen bis Ende 2026 weiterhin planmäßig die Marke von drei Milliarden Dollar erreichen sollen.

Netflix (WKN: 552484)

Ende einer Ära

Flankiert werden die Zahlen von einer wegweisenden Personalie: Mitgründer Reed Hastings wird sich bei Ablauf seiner Amtszeit im Juni nicht mehr zur Wiederwahl in den Vorstand (Board of Directors) stellen. Hastings, der 2023 den CEO-Posten räumte, zieht sich damit vollständig zurück. In einem emotionalen Brief an die Aktionäre bezeichnete er die weltweite Expansion im Januar 2016 als seine „schönste Erinnerung“. Er wolle sich künftig verstärkt der Philanthropie widmen.

Die Messlatte war nach der Rally der letzten Wochen extrem hoch gesteckt. Der schwache Ausblick auf das zweite Quartal sorgt nun für die Korrektur. Der vollständige Rückzug von Reed Hastings markiert das Ende einer Ära und sorgt für zusätzliche Verunsicherung. Trotz der aktuellen Enttäuschung bei der Prognose bleibt das Unternehmen eine laufende Empfehlung. Die Bewertung normalisiert sich durch den Rücksetzer. Anleger bewahren Ruhe und halten an ihren Positionen fest.

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